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Trauerspiel mit der Zukunft

Bildungsauftrag – War da was?

FUCHS-Chefredakteur Ralf Vielhaber
Der Nationale Bildungsrat scheint gescheitert, bevor er richtig losgelegt hat. Altbekannte Muster kommen erneut zum Tragen. Auf kaum einem Feld nehmen die Länder noch ihre Eigenverantwortung wahr. Bei der Bildung schon. Nur von Verantwortungsbewusstsein ist wenig zu spüren. Es ist ein Trauerspiel mit unserer Zukunft.

Es ist zum Heulen. Unsere wichtigste „Ressource", unsere Kinder und deren Bildung, droht erneut im Kompetenzgerangel der Bürokraten und Ideologen in den Ländern unterzugehen.

Der Nationale Bildungsrat gilt als gescheitert, bevor er richtig losgelegt hat. Er soll die seit langem dürftigen Bildungsergebnisse in Deutschland voranbringen. Er soll vereinheitlichen, wo nötig: beim Fächerkanon, bei den Anforderungen fürs Abitur.

Die Schule als Fortsetzung der Kita ist der falsche Weg

Bayern und Baden-Württemberg wollen aussteigen. Ich kann deren Kultusminister verstehen. Oder besser gesagt: Wer in Berlin arbeitet, muss sie verstehen.

Etliche Länder sehen in der Schule eher eine Erziehungs- und Verwahranstalt als ein Bildungsinstitut. Das gilt schon traditionell vor allem für die SPD, Grün und Links regierten. Für manchen Bildungspolitiker in ihren Reihen ist Schule die Fortsetzung der Kita. Für mich ist sie das entschieden nicht.

Die Wirtschaft ist selbst kurzsichtig

Ich weiß, hier zuckt auch die Wirtschaft. Denn sie will möglichst ganztags verfügbare und mobile Arbeitskräfte. Da hilft die Schul-Kita. Doch die Bildung darf dabei nicht auf der Strecke bleiben. Das tut sie viel zu häufig.

Richtig ist die Idee, gleiche Chancen für alle schaffen zu wollen. Falsch ist die Antwort, Eltern und Kindern die Verantwortung für Ihr Vorankommen immer weiter abzunehmen. Das gilt auch für die zugewanderten Familien. Fördern und Fordern ist das richtige Prinzip.

Konkurrieren nach oben, nicht zum Mittelmaß

Die Länder sollen konkurrieren, aber nach oben, nicht nach unten. Mittelmaß kann nicht unsere Messlatte sein. Bilden wir uns wirklich ein, das Land der Erfinder bleiben zu können, wenn die Schülerleistungen im Bereich Naturwissenschaften seit 2006 weitgehend unverändert – unverändert dürftig – geblieben sind? Und glauben wir wirklich, ohne Hochtechnologie unser Sozialsystem finanzieren zu können? Das in Kombination mit der weit verbreiteten Technikskepsis im Land?

In der Schule fängt's an. Wer diese einfachen Zusammenhänge nicht verstehen will, dem kann ich nur zurufen: Träum weiter! In den Ländern sind viele Träumer in Bildungsverantwortung.

Es grüßt Sie herzlich Ihr

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