Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
3202
Zur Situation

Corona-Ideologie statt Wissenschaft

Stefan Ziermann, Redakteur Verlag Fuchsbriefe
Seit fast einem Jahr stellt das Corona-Virus die Welt und unsere Leben auf den Kopf - doch die Lernkurve in Deutschland ist und bleibt flach. Eine Ursache dafür ist der Umgang der Politik mit der Wissenschaft. Zwar beschäftigen sich etliche Wissenschaftler mit der Erforschung des Virus. Ihr interdisziplinärer Austausch ist jedoch äußerst gering. Das macht politisches Handeln leichter, schmälert aber die praktischen Erfolgsaussichten.
Ein spektakuläres Corona-Urteil aus Thüringen nennt den Lockdown eine "katastrophale Fehlentscheidung". Die Politik habe sich auf "falsche Annahmen" gestützt oder gesicherte Fakten falsch interpretiert. Der Grund dafür ist die ungenügende wissenschaftliche Herangehensweise der Politik an die Krisenbewältigung. 

Wie unwissenschaftlich die Herangehensweise des in der "nationalen Notlage" installierten Corona-Kabinetts und seiner Berater ist, zeigt sich beim Blick auf Tübingen. Die Stadt hat die Corona-Krise seit Monaten ziemlich gut im Griff. Darum habe ich gedacht, dass Politiker oder deren wissenschaftliche Berater dem erfolgreichen Bürgermeister die Tür einrennen. Ich hätte erwartet, dass sie ihn mit Fragen löchern und erfahren wollen, welche Maßnahmen - mit welchen Kosten - zu welchen Erfolgen geführt haben. Darum entgeht ihnen auch, dass alle Landkreise den Tübinger Weg gehen könnten. Die Gesundheitsämter könnten viele Schutzmaßnahmen einfach umsetzen. 

Kein Interesse an anderen wissenschaftlichen Meinungen

Was für ein Trugschluss. Niemand hat sich bei Boris Palmer erkundigt. Weder Angela Merkel, noch Gesundheitsminister Jens Spahn. Auch nicht der Virus-Versteher Christian Drosten oder der härteste Lockdown-Verfechter Karl Lauterbach. Aber auch kein einziger anderer, die Regierung beratender, Wissenschaftler. Palmer wurde nicht ein einziges Mal in den Beratungen des Corona-Kabinetts konsultiert.

Trotzdem werden die freiheitsbeschränkenden Maßnahmen von den Politikern immer wieder mit "wissenschaftlichen Erkenntnissen" gerechtfertigt. Den wichtigsten Dreisprung der Wissenschaft - These, Antithese, Synthese - möchte aber bis heute niemand im Corona-Kabinett machen. Viel lieber umgibt sich die Kanzlerin, selbst Physikerin, seit Monaten fast unverändert mit einer Hand voll Wissenschaftlern, die alle auf einer Linie argumentieren. Ein Kenner der Materie sagte es mir ganz offen: "Was wissenschaftlich nicht ins Bild passt, wird ignoriert." Das zeigt, dass die Politik die Wissenschaft als Steigbügelhalter für ihre Corona-Ideologie instrumentalisiert. 

Wenn alle Berater auf Linie sind, hilft das der Kanzlerin, ihre Position am besten gegen Zweifel abzusichern, nicht aber, die besten Entscheidungen zu treffen. Je differenzierter die Analysen und Empfehlungen, desto schwieriger die Entscheidung, desto höher das persönliche Risiko. Das heißt auch: Es gibt mit Merkel und diesen Beratern keine Chance auf einen alternativen Weg aus der Krise. Ihr Stefan Ziermann

Hier: FUCHSBRIEFE abonnieren

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • DIHK lädt zur Diskussion ein

Investitionsschutz für den Ukraine-Aufbau

Ukraine. © Harvepino / Getty Images / iStock
Noch tobt der Ukraine-Krieg, aber bereits jetzt gibt es Überlegungen, wie die Ukraine wieder aufgebaut werden kann. Für Unternehmen eine relevante Frage: Wie lassen sich Risiken abmildern? Um diese Fragen zu klären, lädt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) Ende Januar zum Gespräch ein.
  • Fuchs plus
  • In Kooperation mit Finanzoo

Anglogold verkaufen

Übereinandergestapelte Goldbarren. © Filograph / Getty Images / iStock
Unsere Spekulation auf einen steilen Anstieg der Gold-Aktien ist sogar noch weiter gelaufen. Die automatische Bilanzanalyse von Finanzoo zeigt nun aber an, dass die Aktie fundamental in die Überbewertung hineinläuft. Wir realisieren unseren Gewinn.
  • Fuchs plus
  • Moskau fragt in Stockholm nach Ermittlungsergebnissen

Schweden schweigt zu Anschlag auf Nord Stream

(c) picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner
Was geschah bei der Sprengung von Nord Stream 2 und wer ist dafür verantwortlich? Diese Frage beschäftigt noch immer viele Menschen und auch den russischen Generalstaatsanwalt. Der hatte jetzt erneut eine Anfrage an die schwedischen Ermittlungsbehörden gestellt. Doch die ignorieren die Anfrage wiederholt. Eine Antwort an Moskau würde Schweden massiv gefährden.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • In Kooperation mit Finanzoo

Anglogold verkaufen

Übereinandergestapelte Goldbarren. © Filograph / Getty Images / iStock
Unsere Spekulation auf einen steilen Anstieg der Gold-Aktien ist sogar noch weiter gelaufen. Die automatische Bilanzanalyse von Finanzoo zeigt nun aber an, dass die Aktie fundamental in die Überbewertung hineinläuft. Wir realisieren unseren Gewinn.
  • Fuchs plus
  • Strompreise werden 2023 stark steigen

Zweiter Energiepreis-Schock für deutsche Unternehmen

Stromzähler Close-Up © ghazii / stock.adobe.com
Die Strompreise für Unternehmen werden in diesem Jahr stark steigen. Denn es laufen bremsende Sonderfaktoren aus und viele Unternehmen müssen ihre Verträge verlängern. Das wird die Kosten in einigen Branchen erheblich anheben. FUCHSBRIEFE haben sich eine tiefe Analyse der Allianz angesehen und zeigen die Folgen für Unternehmen und den Standort Deutschland auf.
  • Fuchs plus
  • Weniger als die Hälfte der Unternehmen nutzen die Forschungsförderung

Nutzen Sie die attraktive Forschungszulage

Stapel aus Euro-Münzen © weyo / Fotolia
Die Forschungszulage kann seit Anfang 2020 beantragt werden. Damit können forschende Unternehmen einen Teil ihrer Forschungsausgaben als Förderung erhalten.
Zum Seitenanfang