Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
2719
Warum hat Deutschland nicht längst einen Staatsfonds?

Corona im Kopf

FUCHSBRIEFE-Chefredakteur Ralf Vielhaber. © Verlag FUCHSBRIEFE
Norwegen hat den größten, aber auch China hat einen sowie Katar, Kuwait, Saudi-Arabien, Singapur, Hongkong, Taiwan … Staatsfonds helfen in anderen Teilen der Welt, den Wohlstand der Bürger zu sichern. In Deutschland scheint man das aufgegeben zu haben. Wenn der Staat schon überall interveniert und Schulden auf Teufel kommt raus macht, warum sichert er die Rente nicht wenigstens durch einen Staatsfonds ab, fragt FUCHSBRIEFE-Chefredakteur Ralf Vielhaber.

Den Norwegern geht’s gut. Sie sind reich. Sie fühlen sich wohl. Wer durchs Land fährt und eine Touristen-Infostelle in irgendeinem kleinen Örtchen ansteuert, ist oft der einzige „Kunde“, hat aber zwei oder drei „Betreuer“. Das kann sich ein Staat der leisten, der mit Öl reich geworden ist, aber vor allem seinen Reichtum klug investiert.

Der Norwegische Staatsfonds hat seinen Landsleuten ein sattes Wohlstandspolster verschafft. Als weltgrößter seiner „Art“ bewegt er Vermögenswerte in Höhe von 1,16 Billionen US-Dollar, also rund 990 Mrd. Euro. Er hat nicht in Kapitallebensversicherungen angelegt, sondern in Aktien. Damit hat er allein im 3. Quartal dank des US-Tech-Aktienbooms 44 Mrd. Dollar ins Staatssäckel geholt und eine Rendite von 4,3% erzielt. Der deutsche Riester-Sparer dagegen – reden wir lieber nicht davon …

Kaiser ohne Kleider

Deutschland galt in Geldangelegenheiten noch nie als besonders helle. „Stupid German money“, sagen die Angelsachsen (und die höflichen Schweizer denken es). Die „Alt-Anleger“ woll(t)en vor allem „Steuern sparen“, wenn sie ihr Geld in die Schweiz oder sonst wohin karrten. Der deutsche Staat ruhte sich auf der generationengedeckten Altersrente aus. Und realisierte nie so richtig, dass die Deckung längst weg ist. Ein Kaiser ohne Kleider …

Nur kurz war mal ein Erwachen zu erkennen: Zu Anfang des Jahrtausends empfahl man den Anlegern vehement die Rentenlücke über Eigenvorsorge auszugleichen. Und zwang sie dann in schlechte Vehikel wie Riester und Rürup-Rente. Heute möchte am liebsten kein Politiker mehr etwas davon wissen. Man lässt das Thema laufen und setzt auf: Staatsverschuldung.

Wenn schon Staat, dann richtig

Nicht nur Norwegen war da deutlich klüger. Auch China als Ergänzung zur dortigen Generationenrente, Katar, Kuwait, Saudi-Arabien, Singapur, Hongkong, Taiwan haben Staatsfonds.  Die investieren und sparen nicht zu Nullzinsen, wie der deutsche Riester-Kleinanleger. Dass wir unsere Leistungsbilanzüberschüsse quasi verschenken, ist da nur noch ein weiterer Witz auf der Treppe. Die neuen Nullprozenter nehmen wir lieber für Italien auf als sie in ein eigenes kapitalgedecktes Altersvorsorgesystem zu stecken.  

Geradezu schamlos wäre es wohl, wenn die Bundesbank auch noch Anleihen ausgäbe, um dafür Aktien zu kaufen und diese als Altersvorsorge anzulegen. Dabei ist eines sicher: schlechte Zeiten für die Rente. Aber unsere Parlamentarier haben ihren Kopf halt voller Corona. Was will man da erwarten, seufzt Ihr Ralf Vielhaber

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • OECD-Studie sieht Deutschland überm Schnitt

Fast 40% vom BIP sind Steuern und Sozialabgaben

Die Steuerquote ist von 2019 bis 2020 in 20 OECD-Ländern gestiegen. In Deutschland ist sie etwa gleichgeblieben. Die OECD zeigt aber auch indirekt, wo künftige Steuererhöhungen in Deutschland zu erwarten sein dürften. Denn es gibt Steuersegmente, in denen bei uns die Belastungen unterdurchschnittlich ausfällt.
  • Fuchs plus
  • Kryptowährungen und Steuern

Steuerpflichtig: Gewinne aus Verkauf von Kryptowährungen

Privatanleger mit Aktien, Fondsanteilen und anderen regulierten Produkten im Depot kommen kaum noch mit dem Finanzamt in Berührung – die Banken führen für sie die Abgeltungsteuer ab und verrechnen Gewinne mit Verlusten. Anders ist das bei Investitionen in Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH), Binance Coin (BNB) und Co. Wie das Finanzamt mit Gewinnen aus Kryptowährungen umgeht, zeigt eine Entscheidung des Finanzgerichts (FG) Baden-Württemberg.
  • Fuchs plus
  • Fördermöglichkeiten für Kommunen und kommunale Unternehmen

Unser Dorf soll grüner werden

Grashalme, verschwommen im Hintergrund ein Dorf. Copyright: Pexels
Nachhaltige Projekte werden aktuell von staatlicher Seite stark bezuschusst. Das ist vor allem für Kommunen und kommunale Unternehmen interessant. Wir geben Ihnen einen Überblick über die Fördermöglichkeiten.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Spekulationen um Volkswagen

Rollt Porsche aufs Parkett?

Volkswagen ist ein aussichtsreicher Auto-Titel. Aber der Konzern benötigt viel Geld für den Umbau in Richtung E-Mobilität. Nun "fliegen" Gerüchte über den Markt, dass VW seine Tochter Porsche an die Börse bringen könnte. Wir loten das Potenzial in FUCHS-Kapitel vom 9.12. aus.
  • Im Fokus: Weihnachts-Aktien 2021

Rekord-Kauflaune der Verbraucher

Verschiedene Einkaufstüten. Copyright: Pexels
Das Jahr neigt sich dem Ende und bei vielen Unternehmen beginnt jetzt die heiße Phase des Jahres. In etlichen Branchen sind die Weihnachtswochen die mit Abstand umsatzstärkste Zeit des Jahres. Das strahlt auch auf so manche Aktie aus.
  • Fuchs plus
  • Nachlass im Angebot

Karl Lagerfelds Sammlung unterm Hammer

Kunstsammler können um den Jahreswechsel noch auf ein echtes Highlight hoffen. Denn im Dezember und zu Beginn des Jahres 2022 werden die letzten Stücke der verstorbenen Ikone Karl Lagerfeld versteigert.
Zum Seitenanfang