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Zur Situation

Der falsche Arzt

Die EZB will die Inflation in der Eurozone ankurbeln, weil sie um ihre Glaubwürdigkeit fürchtet. Doch sie ist der falsche Arzt mit der falschen Therapie für eine eingebildete Krankheit.
In der Eurozone werden wir Zeugen eines kuriosen Schauspiels. Die Zentralbank überlegt allen Ernstes die sinkenden Preissteigerungsraten in der Eurozone mit dem Ankauf von Krediten und Anleihen zu „bekämpfen“. Sie will sich sozusagen gegen den Selbstheilungsprozess der Wirtschaft im Euroraum stemmen. Sinkende Inflationsraten sind die logische und notwendige Konsequenz, wenn die halbe Zone dabei ist, ihre Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen. Sie hatte sie aufgrund von teilweise viel zu kräftigen Lohnsteigerungen im ersten Jahrzehnt des Jahrtausends eingebüßt. Die Bank der Zentralbanken, die BIZ, weist vorsorglich darauf hin, dass Zentralbanken die Deflationsgefahren womöglich überschätzen und beim Gegensteuern mehr Schaden als Nutzen anrichten. Dennoch lässt sich die EZB für etwas in die Verantwortung nehmen, für das sie nicht verantwortlich ist. Am Erreichen des selbst festgelegten, willkürlich gewählten Preisziels von unter, aber nahe 2% hänge ihre Glaubwürdigkeit. Mit solchen Sprüchen setzen sich die Währungshüter selbst unter Zugzwang. In Normalzeiten und für Nationalstaaten mit einer einigermaßen berechenbaren Politik mag ein Inflationsziel sinnvoll sein. Doch von Normalzeiten ist die wirtschaftlich immer noch kranke und von unterschiedlichen Politikkonzepten geprägte Eurozone immer noch Jahre entfernt. Dass es so langsam voran geht in der Eurozone, hat wenig mit mangelndem Geld für Unternehmen, aber viel mit aufgeschobenen Strukturreformen zu tun. François Hollande und Matteo Renzi lassen grüßen. Wahrscheinlich dauert es noch länger, wenn die EZB eingreift und den verantwortlichen Akteuren eine weitere Arbeitspause verschafft. Kurz: Die EZB ist der falsche Arzt, der eine eingebildete Krankheit mit der falschen Medizin bekämpft, meint Ihr Ralf Vielhaber (Chefredakteur Verlag FUCHSBRIEFE)
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