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Die Kerninflation ist nur die halbe Miete

EZB auf Dummenfang

EZB. Copyright: Pixabay
Jeder Wohnungsmieter kennt das: Die Zusatzkosten sind die zweite Miete. Verbraucht man kein Wasser, Strom, Gas, lebt sich's billiger. Aber auch ein wenig schlechter. Stellt euch mal nicht so an, scheinen die Damen und Herren im EZB-Direktorium zu denken: Heizung aus, und schon gibt's kaum Inflation. Sie verweisen gern auf die Kerninflation ohne Energie – und lassen bei der Teuerung die 2. Miete einfach weg.

Was macht die EZB da eigentlich? Europa zahlt schon die höchsten Gaspreise weltweit. Innerhalb von 12 Monaten hat sich der Preis vervielfacht. Da wir in Europa Gutmenschen sind und glauben, mit gutem Vorbild kann man das „Weltklima“ retten, setzen wir voll auf alternative Energien. Das mag sich irgendwann mal auszahlen – auch preislich. Aber dieser Tag ist noch gaaaanz weit weg. Denn leider tickt die Welt so nicht. Da sitzt das Hemd immer noch näher als der Rock.

Da die Europäische Zentralbank sich darauf verstiegen hat, Europas Süden einschließlich Frankreich über billiges Geld zu finanzieren, muss sie den Eurokurs zum Dollar laufen lassen. Leider aber wird Energie in Dollar bezahlt. Und so importieren wird fleißig über den Gas- und Ölpreis einen Inflationsschub nach dem nächsten. Die Geldentwertung treibt sich quasi von selbst an. 4,1% beträgt die Jahresteuerung in der Eurozone. 2,21 Prozentpunkte steuern die Energiepreise bei. 7,3% hat der Euro innerhalb der letzten 12 Monate zum Dollar verloren – von 1,225 auf jetzt 1,135.

Nur die Heizung ausmachen

Es grenzt schon an Dummenfang, beharrlich auf die Kerninflationsrate zu verweisen. Motto: Der Verbraucher muss nur die Heizung ausmachen und das Auto stehenlassen. Dann spürt er die Geldentwertung nicht so. Selbst das ist Blödsinn. Denn Energie steckt in jedem Produkt. Und so frisst sich die Teuerung über Gas- und Ölpreise immer weiter in den Warenkorb. Bis sie die Lohnfront erreicht und die Lohn-Preis-Spirale einsetzt. An der Schwelle stehen wir.

Fazit: Europa betreibt eine gewaltige Umverteilung von Süd nach Nord – unter Christine Lagardes Leitung und mit Billigung der Bundesregierung.

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