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Ministerpräsidentenwahl in Thüringen

Mach was draus, FDP

Zur heftig umstrittenenen Wahl des liberalen Landeschefs von Thüringen, Thomas Kemmerich, kommentiert FUCHSBRIEFE-Chefredakteur Ralf Vielhaber. © Verlag FUCHSBRIEFE
Gibt es noch einen Macht- und Gestaltungswillen in der FDP? Der Partei bietet sich in Thüringen eine einmalige Chance. Und der Parteichef möchte sie am liebsten links liegen lassen. Mach was draus, Thomas Kemmerich, ruft FUCHSBRIEFE-Chefredakteur Ralf Vielhaber dem neuen Ministerpräsidenten in Thüringen zu.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Die Liberalen stellen mit Thomas Kemmerich den Ministerpräsidenten in Thüringen. So viel Gestaltungschance war nie für die FDP. Zum ersten Mal seit 1953 regieren, nicht nur mitregieren. Doch statt die Sektkorken knallen zu lassen, bläst Parteichef Christian Lindner den Trauermarsch. Und liebäugelt schon mit Neuwahlen. Was ist nur in diese FDP gefahren?

Es gibt nicht wenige, die sich nur damit beschäftigen, dass die Jungfrau FDP nun befleckt sein könnte. Ministerpräsident von AfD-Gnaden, pfui. Was für ein Quatsch. Ohne die Stimmen von Union und FDP wäre Kemmerich nicht ins Amt gekommen. So viel dazu.

Koch, nicht Kellner

Und: Kemmerich ist Ministerpräsident, er gibt die Linie vor. Er ist die Nummer 1 im Freistaat. Er ist Koch, nicht Kellner. Entscheidend ist, was er draus macht. Es gibt keinen Fraktionszwang. Die FDP regiert so frei, wie sie noch nie mitregiert hat. Sie muss nicht nicht vor Björn Höcke und seinen Jüngern in den Sand fallen. Im Gegenteil: Selten musste ein Politiker den Rücken so wenig verbiegen wie Kemmerich in Thüringen. Niemand erwartet jetzt etwas von ihm. Er kann eigentlich nur gewinnen. Selbst wenn er scheitert.

Wenn Kemmerich einen liberalen Kompass hat, liberale Politik für Thüringen macht, was will man mehr in der FDP? Und wenn man ihn nicht machen lässt, dann kann er das Gastspiel immer noch schnell beenden. Aber einen Versuch ist es wert. Was wäre die Alternative: Vier Jahre Rot-Rot-Grün. Besser für Thüringen?

Kein Wille zur Macht?

Macht muss man sich nehmen, wenn sie sich bietet. Das birgt immer große Chancen und große Risiken. Lindner sieht vor allem die Risiken. Seine Risiken. Das ist eines Liberalen unwürdig. Der Parteichef möchte offenbar ein politisches Wunschkonzert – leider passt das zu seinem Nein zu Schwarz-Grün-Gelb im Bund – das ich damals noch als konsequente Entscheidung begrüßt hatte. Da hätte die FDP nur die Rolle der Mehrheitsbeschafferin übernehmen können. In Thüringen gibt sie den Takt vor. Will sie überhaupt gestalten?

Mach was draus Thomas, hätte Lindner nach Erfurt morsen sollen. Wenn er es nicht will, ich tue es. Erwartungsvoll grüßt Sie
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