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„Die ich rief die Geister, werd ich nun nicht los.“

Merkel, der Zauberlehrling

Chefredakteur Ralf Vielhaber © Verlag Fuchsbriefe
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Wochenende in Thüringen die Partei geradezu ultimativ aufgefordert, das Thema Flüchtlingskrise beiseite zu legen. Ein Basta-Ruf der Kanzlerin, die sich aufführt wie Goethes »Zauberlehrling«: Merkel bringt das Zauberwort nicht über ihre Lippen. Und sie merkt einfach nicht, dass ihre Zeit vorbei ist, konstatiert FUCHSBRIEFE-Chefredakteur Ralf Vielhaber.

»Die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los.« So klagt Goethes Zauberlehrling. Und so geht es CDU-Chefin Angela Merkel seit dem Herbst 2015. Das Flüchtlingsthema ist seitdem Dauerbrenner: auch in der CDU. Nachdem alle bisherigen Appelle nichts halfen, greift die Kanzlerin nun zur verbalen Axt: „Aufhören!", dekretiert sie ihrer Partei. Die CDU muss wieder das werden, was sie immer war: ein kanzlerhöriger Kanzlerwahlverein.

Basta, sprach die Kanzlerin. Bei ihrem Vorgänger Altkanzler Gerhard Schröder verstärkte das den Unmut in seiner Partei, die seit der Umsetzung der Agenda 2010 ein ähnliches Dauerthema an der Backe hat. Nun war und ist die SPD verliebt in fruchtlose Debatten und kreist gerne um sich selbst. Die CDU ist verliebt in die Macht. Aber genau das ist Merkels Problem.
Merkel kann die Macht nicht mehr sichern. Das haben fast sämtliche Abgeordneten und Parteimitglieder längst registriert. Nicht nur die Partei markiert in Umfragen historische Tiefststände. Auch Merkels Beliebtheitswerte in der Bevölkerung sinken drastisch. Das Zutrauen, dass sie die Zukunft noch gestalten kann, ist am Boden.

Kanzler(innen) werden abgewählt

Kanzler werden abgewählt, und die Zeit ist über Merkel hinweggegangen. Helmut Kohl verlor das Gespür für den richtigen Zeitpunkt, je länger er im Amt war, und Merkel verhält sich ähnlich. Merkel war nicht umsonst Kohls Liebling und Nachwuchstalent.

Goethes »Zauberlehrling« scheitert kläglich. Jeder Axthieb, der dem Übel gilt, spaltet es und vermehrt es nur noch mehr. Immer neue Besen tragen immer weiteres Wasser in den bereits überlaufenden Kübel.
»Ach ich merk es! Wehe! wehe! Hab' ich doch das Wort vergessen!« Es heißt „Entschuldigung". An die Partei, an die Wähler – an die CSU. Merkel bringt es nicht heraus. Auch nicht auf dem Basta-Parteitag von Thüringen am Wochenende.

Im Gedicht gibt es eine höhere Instanz über dem Zauberlehrling. Sie spricht schlussendlich das Zauberwort. Und die Besen verschwinden in der Ecke. Es gibt nur keinen „alten Meister" in der CDU, der Merkels Geister wieder verbannen könnte. Ein neuer – guter – Geist muss deshalb aus der Flasche. Ihm fällt das Zauberwort vielleicht ein, hofft Ihr

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