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Diskussion zum Thema Tempolimit

Schadensbegrenzung

Chefredakteur Ralf Vielhaber © Verlag Fuchsbriefe
Glücklicherweise haben wir gut erzogene Leser. Sonst hätte ich das, was ich auf meinen Kommentar zum Tempolimit letzte Woche an Zuschriften bekommen habe, wohl „Shitstorm" nennen müssen. Eine Replik auf die Zuschriften von Fuchsbriefe Chefredakteur Ralf Vielhaber.

Noch nie habe ich mit einem Kommentar so viel Staub aufgewirbelt, wie mit meinem Einverständnis zum Tempolimit. Und das war kein Feinstaub. Mancher Leser ging auf die virtuellen Barrikaden. Ich hatte an einem Fetisch gerührt. Auto und unbeschränkte Geschwindigkeit stehen für das Freiheitsgefühl vieler. Nach Feierabend am späten Abend vom Geschäftstermin auf freier Bahn nach Hause brausen. Am Sonntag, wenn die Laster nicht fahren, mal auf die Tube drücken. Das wollen sich zahlreiche Leser nicht nehmen lassen.

Ich kann das nachempfinden. Auch ich nutze die freie Fahrt, wenn ich auf längeren Strecken unterwegs bin. Aber ich weiß, dass ich dann deutlich mehr Sprit verbrenne als bei gemäßigter Fahrweise. Und ich weiß auch, dass bei einem Unfall das Risiko unverhältnismäßig steigt. Das bestreitet kaum jemand mit gesundem Menschenverstand und nach Lektüre der eingängigen Fachstudien. Wenn ich das sage, habe ich noch nicht „die Seite gewechselt", wie mir ein Leser unterstellte, und vertrete nun die Meinung der Deutschen Umwelthilfe. Ganz sicher nicht. Aber ich lehne richtige Argumente nicht deshalb ab, weil sie sich der Falsche zunutze macht.

Eine politische Entscheidung

Ob die Effekte zahlenmäßig ein Tempolimit rechtfertigen, ist eine politische Entscheidung. Das gilt für die gesamte Klimadebatte. Da haben wir uns bei FUCHS längst positioniert: Aufwand und Nutzen stehen für uns – jedenfalls nach heutigem Stand der Technik – in keinem gesunden Verhältnis. Das gilt noch mehr für die Diesel-Debatte (s. Serie E-Autos).

Die Politik in Deutschland hat jedoch Entscheidungen getroffen. Nicht meine. Aber demokratisch legitimierte. Sie wird nicht alles, aber viel dafür tun, den CO2-Ausstoß für Neuwagen bis 2030 um 37,5% gegenüber 2021 zu reduzieren, wie es in Brüssel mit Einverständnis von Umweltministerin und Bundeskanzlerin beschlossen wurde. Unfug kommt also auf uns zu. So oder so. Wer das ablehnt, muss vor allem für andere politische Mehrheiten sorgen.

Den Schaden gering halten

Ich meine: Es geht darum, den Schaden für Autofahrer und die deutsche Autoindustrie mit Zulieferern so gering wie möglich zu halten. Und da kann ich dem Tempolimit auf der Liste der Maßnahmen noch am meisten abgewinnen. Das will ich aber nicht als Werbung missverstanden wissen. Auf Ihre Zuschriften freut sich Ihr

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