Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
360
Weihnachtsmärchen aus der Bundeshauptstadt

Wenn die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut – ist das manchmal so gewollt.

Jahresempfänge sind dazu da, dass Menschen miteinander kommunizieren. Da jeder eine „Hundemarke" trägt – ein Namensschild mit Personen- und Unternehmensnamen – sind die Rollenverteilungen gewöhnlich klar. Jeder weiß, was er sagen will und darf. Doch manchmal kommt es zu „Versehen". Dann erfährt man etwas über Dichtung und Wahrheit. So erging es jüngst Fuchsbriefe-Chefredakteur Ralf Vielhaber.

Die Vorweihnachtszeit ist die Zeit der Jahresempfänge in Berlin. Hier treffen sich bei zahllosen Hauptstadt-Events Vertreter von Verbänden, Bundestagsabgeordnete, Leitende aus den verschiedenen Industrien. Und immer auch ein paar Journalisten.

Mir vertraute sich dabei der politische Lobbyist eines DAX-Konzerns an, den ich zu seiner Arbeit befragte. Vielleicht wird er nicht sehr häufig danach gefragt, jedenfalls schien er nicht unglücklich, dass sich mal jemand näher dafür interessiert. Er habe pro Jahr eine Reihe von Kernfragen für sein Unternehmen zu bearbeiten, sagte er. Gewöhnlich gehe es um Schadensabwehr. Eindeutige Zielerreichungs-Vorgaben von Seiten des Konzerns gebe es dabei aber nicht.

Er müsse dann vor allem die Berichterstatter der zuständigen Bundestagsausschüsse sehen und mit ihnen diskutieren, den zuständigen Sachbearbeiter im Ministerium und möglichst auch den Abteilungsleiter. Auf den Empfängen hoffe er auf mit der Sache befasste Abgeordnete zu treffen, um auch sie (noch einmal) von der Position des Unternehmens zu überzeugen. So weit, so banal.

Mauern der Kommunikation

Ein wenig überraschend aber war für mich der Nachsatz. Es gebe zwischen der politischen Abteilung und der Kommunikationsabteilung eine „Mauer". Die Kollegen wüssten gar nicht – und sollten auch nicht wissen – was er mache. Denn: Die interne Position des Unternehmens und das, was nach außen kommuniziert würde, stimmten oft nicht überein, ja stünden sogar immer wieder in Gegensatz zueinander.

Ich fragte noch nach Beispielen, und er nannte sie. Allerdings werde ich sie nicht aufdecken, um den leutseligen Mann nicht zu desavouieren. Erst als er mir diese dargelegt hatte, begann er sich näher für mich zu interessieren. Dann versiegte der Redefluss.

Fazit:

Märchen werden also keineswegs nur zur Weihnachtszeit erzählt. Auf diese Weise habe ich noch einmal bestätigt bekommen, wie wichtig es ist, als Journalist (fast) alles zu hinterfragen – so, wie wir es tun. Vor allem, wenn es für einen schon „vorgekocht" ist. Das Gegenteil könnte nämlich richtig sein. Passt man nicht auf, wird man als Journalist selbst zum Märchenonkel. Frisch sensibilisiert grüßt Sie Ihr 

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Zürcher Kantonalbank Österreich | Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung TOPS 2019

Zürcher Kantonalbank Österreich: Ein wenig geschönt

Die Zürcher Kantonalbank Österreich erhält in der Gesamtwertung das rating »Befriedigend«.
Die Zürcher Kantonalbank Österreich ist eine Bank, die das „Beste aus zwei Welten" verbinden will: der Welt der schweizerischen Universalbank mit der Welt des Private Bankings in Österreich. Doch nach dem Studium des Anlagevorschlags hoffen wir, dass dies nicht schon das Beste gewesen ist, was die Bank zu bieten hat.
  • Fuchs plus
  • Ohne Erlaubnis droht die Kündigung

Werkstatt: nicht im Wohnhaus

Der unerlaubte Betrieb einer Werkstatt in einem Wohngebäude berechtigt den Vermieter zur Kündigung.
  • Fuchs plus
  • Unterschiedliche IPO-Aktivitäten dies- und jenseits des Atlantiks

Der deutsche IPO-Markt kommt nicht in Schwung

Fuchs-IPO Chefredakteur Stefan Ziermann
Während es in den USA interessante IPOs zu finden gibt, herrscht in Deutschland scheinbar Ebbe. Das Marktumfeld schreckt offenbar die deutschen Anleger ab, den US-amerikanischen Investoren scheint das jedoch nicht zu stören. Stefan Ziermann, Fuchs-IPO Chefredakteur, kommentiert den aktuellen IPO-Markt.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • quantagon financial advisors GmbH, Stiftungsmanagement 2019: Qualifikation

Passabel im Ansatz, Lücken im Detail

Die quantagon financial advisors GmbH hat es nicht in die Endauswahl geschafft.
Insgesamt ist der Auftritt der quantagon financial advisors GmbH wenig aufsehenerregend – weder in positiver noch in negativer Hinsicht. Zwar liefert die Vermögensverwaltung einen Vorschlag mit passablem Ansatz ab. Doch daneben gibt es zu viele Ungereimtheiten und Lücken.
  • Fuchs plus
  • Rothschild & Co. Vermögensverwaltungs GmbH, Stiftungsmanagement 2019: Qualifikation

Von der Stange ist zu wenig

Die Rothschild Vermögensverwaltungs GmbH hat es nicht in die Endauswahl geschafft.
Ein großer historischer Name: Rothschild. Da sind die Erwartungen natürlich hoch. Doch was der Kreuzberger Kinderstiftung schließlich als Anlagevorschlag geliefert wird, ist bestenfalls Marktdurchschnitt. Es ist nicht zu erkennen, dass man sich die Mühe eines individuellen Angebots gemacht hat.
  • Fuchs plus
  • ActivTrades

Beinahe Spitze

Bei ActivTrades begegnet uns ein Broker, der in allen Kategorien hohe Punktzahlen erbringt. Nur in einer leider nicht, sonst wäre ein noch höherer Platz greifbar.
Zum Seitenanfang