Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
1609
Zur Situation

Wie dumm sind die Deutschen?

Die Deutschen sind keine Nation im Aufbruch. Sollte sich das grundlegend drehen, werden die Unternehmen wieder mehr im Inland investieren, meint Ihr Ralf Vielhaber
Die Deutschen scheinen ein Volk von Trotteln zu sein. Sie investieren lieber in ausländischen Schrott statt in hochwertige inländische Fertigung und Dienstleistung. Sie sparen zu Nullzinsen und verzichten auf Performance. Ergebnis: eine grauenhafte Verzinsung, marode Infrastruktur, Rückstand beim Ausbau digitaler Netze, zu niedrige Löhne und auch noch die Schuld an wirtschaftlichen „Ungleichgewichten“. So wiederholt es der IWF wie ein Mantra. Viele Ökonomen stimmen zu und die Titelstory des UK-Wirtschaftsmagazins Economist „The German Problem“ kaut die Argumente wider.
Immerhin gibt es eine Reihe von Belegen. Ein geringes Aktienvermögen, dafür hohe Sparvermögen über 5,6 Bio. Euro, die keine Zinsen bringen, aber der Inflation ausgesetzt sind. Dazu hohe Targetsalden – Kredite an wenig leistungsfähige Länder wie Griechenland – und ein ausbaufähiges, wenn auch im internationalen Vergleich keineswegs geringes Investitionsniveau im Inland. Letztlich ein hoher Leistungsbilanzüberschuss, Forderungen ans Ausland also, von zuletzt 8,6%.
Tatsache ist aber auch: Wir bauen begehrenswerte Güter. Ihre Ausfuhr wird durch einen Eurokurs begünstigt, der ein Zugeständnis an wirtschaftlich schwache Partner im Euroraum ist. Und die Targetsalden sind kein freiwilliger, sondern ein Zwangskredit an ebenjene Partner. Bereinigt um diese Solidarbeiträge an die Europäische Gemeinschaft sähe die deutsche Leistungsbilanz anders aus. Noch im Jahr 2000 hatte Deutschland ein Leistungsbilanzdefizit von 1,8%.
Fasst man die spröden wirtschaftlichen Daten und Argumente zusammen, ergibt sich eine Botschaft. Sie lautet: Die Deutschen glauben nicht an ihre Zukunft. Jedenfalls nicht im Inland. Wenn die Unternehmen sparen (die Sparquote der Unternehmen veränderte sich in den letzten 15 Jahren von -5 auf +3%) bzw. lieber im Ausland investieren, dann sind sie überzeugt, dass dort künftig mehr zu verdienen ist.
Keine eigenen Kinder, keine Zukunft. Wozu also investieren? Die Deutschen sind keine Nation im Aufbruch. Wer die geringe Geburtenquote (1,4 Kinder pro Frau) ansieht, hat eine Antwort auf die geringe Investitionsquote hier. Sollte sich das grundlegend drehen, werden die Unternehmen wieder mehr im Inland investieren, meint Ihr Ralf Vielhaber

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Hauck & Aufhäuser Privatbankiers KGaA, Vermögensmanagement TOPS 2019: Qualifikation

Chinesischer Investor inspiriert, aber es fehlt noch das Feuer

Die Ampel der Hauck & Aufhäuser Privatbankiers steht auf Grün.
Mit Hauck & Aufhäuser Privatbankiers hat ein traditionsreiches Frankfurter Geldhaus 2016 einen chinesischen Investor als Eigentümer bekommen: Fosun. Erste Erfolge sind seit der Übernahme durch den Mischkonzern zu sehen: Das lange Zeit defizitäre Bankhaus macht wieder Gewinn. Wirkt sich dieser frische Wind auch auf die Arbeit mit wohlhabenden Kunden aus, wollen wir wissen? Wir erleben eine Privatbank im Aufbruch. Und eine Beratung mit mehr Licht als Schatten.
  • Fuchs plus
  • DZ PRIVATBANK S.A., Vermögensmanagement TOPS 2019: Qualifikation

Nur das Sahnehäubchen fehlt

Die DZ Bank hat die grüne Ampel redlich verdient.
Bei der DZ Privatbank in Stuttgart erleben wir eine Kommunikation wie aus einem Guss. Vom telefonischen Erstkontakt über das Vor-Ort-Gespräch bis zum Gesprächsprotokoll ist alles durchdacht. Wir haben es mit freundlichen, entspannten und zugewandten Bankern zu tun. Die obendrein nichts an fachlicher Kompetenz vermissen lassen. Der Anlagevorschlag, der dann kommt, wirkt ebenfalls durchdacht, hat jedoch eine Schwäche. Zu einem unserer zentralen Anliegen weiß die DZ Privatbank nur einen ganz allgemeinen Rat.
  • Fuchs plus
  • Nord/LB, Vermögensmanagement TOPS 2019: Qualifikation

Nordisch nüchtern

Die Bremer Landesbank hat die grüne Ampel verdient.
Nach der Integration der Bremer Landesbank in die Nord/LB ist der Bereich Private Banking auf der Homepage nur noch schwer zu finden. Wir sind gespannt, ob die Bank ihr Versprechen, eine Vermögensverwaltung „so individuell wie Sie selbst" anzubieten, auch während der krisenbedingten Fusion mit der Nord/LB einhalten kann.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Handelsstreit verliert an Einfluss auf Notierungen

Kupfer wird immun gegen »Brandnachrichten«

Die Kupfernotierungen sind im Zuge des Handelsstreits USA – China auf Talfahrt gegangen. Doch es gibt gute Gründe anzunehmen, dass der Kupferpreis eine Neubewertung erfährt.
  • Fuchs plus
  • Preisbremse Türkei wird gelockert

Goldpreis vor der Erholung

Die Gold-Preisbremse Türkei wurde gelockert. Copyright: Picture Alliance
Der Goldpreis ist seit einigen Monaten kräftig gesunken. Im Sommer erreichte er Tiefstkurse. Eine Zeitlange war nicht klar, warum. Doch inzwischen steht die Ursache fest.
  • Fuchs plus
  • Beitrag zur Risikostreuung im Portfolio

Wie man in Kryptowährungen investiert

Für viele Anleger liegt eine Investition in Kyptowährungen noch außerhalb des denkbaren Bereichs. Dabei macht dies durchaus Sinn. Denn Bitcoin & Co. können einen nennenswerten Beitrag zur Risikostreuung im Depot leisten.
Zum Seitenanfang