Mindestpreise statt Zölle – was Unternehmen wissen müssen
Die Europäische Union und China steuern im langjährigen Handelsstreit um chinesische Elektroautos auf Mindestpreise zu. Mit diesem pragmatischen Kompromiss wäre eine Alternative zu den hohen Strafzöllen gefunden. Wir hatten diese Entwicklung prognostiziert (FB vom 14.04.2025).
Die EU-Kommission hat Leitlinien veröffentlicht. Die regeln, wie Preisverpflichtungen chinesischer Hersteller aussehen müssten, damit sie als Alternative zu Strafzöllen gelten. Diese Mindestpreise sollen die schädlichen Effekte staatlicher Subventionen ausgleichen und damit die Wettbewerbsverzerrung abfedern. Berücksichtigt werden dabei Faktoren wie Vertriebskanäle, Absatzstrategien und potenzielle Investitionen in Europa.
Chinesische Hersteller könnten profitieren
Für europäische Hersteller und Zulieferer ist diese Lösung zweischneidig. Einerseits wird der Preisdruck entschärft. Andererseits verschafft der Mindestpreis den chinesischen Anbietern eine höhere Marge, anstatt einen Zoll an Brüssel abzuführen. Das könnte die Wettbewerbsposition der chinesischen Hersteller mittelfristig sogar stärken (Profitabilität).
Die Auswirkungen auf Unternehmen und Handel:
- Europäische OEMs und Zulieferer gewinnen Planungssicherheit. Denn Preisregeln ersetzen ein Zoll-Konstrukt, das teils auch für europäische Modelle galt, die in China produziert und nach Europa exportiert wurden.
- Importverträge und Lieferketten werden entlastet.
- Der Wettbewerb über den Preis wird gebremst. Händler und Flottenmanager können Preisgestaltung und Absatzplanung besser kalkulieren.