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Handeln statt Hadern

Mit Zuversicht ins neue Jahr(zehnt)

"Unternehmer ohne Zuversicht können gleich einpacken." FUCHSBRIEFE-Chefredakteur Ralf Vielhaber, © Verlag
Only bad news is good news. Eine alte "Journalistenweisheit" sorgt in Zeiten ungefilteter Informationsflut schnell für den Eindruck: Achtung, die Welt geht unter. Unternehmer können sich innerlich dagegen rüsten. Und nach außen handeln.

Unternehmer ohne Zuversicht können gleich einpacken. Ich kenne kein Jahr, das mit dem Blick auf die Weltlage sorglos gestartet wäre. Der Verweis auf zahllose Risiken ist eine Binse. Der beste Weg damit umzugehen, ist anzupacken, was man selber ändern kann. Und sich gegen das zu wappnen, was außerhalb des eigenen Wirkungskreises ist. Nur eins darf ein Unternehmer nie tun: den Dingen nicht ins Auge sehen.

2020 bricht eine neue Dekade an. Das Jahrzehnt, das die bedeutendste gesellschaftliche „Disruption“ seit langem mit sich bringt: die drastische Alterung des Bevölkerungsdurchschnitts. Um 2030 werden die geburtenstarken Jahrgänge – der bedeutendste ist 1964 – in Rente gegangen sein. Das wird unser tägliches Leben und Wirtschaften stärker als der Klimawandel treffen. Für beides sind wir bisher mäßig gerüstet. Bei der Rente hätte man im Vorfeld deutlich mehr erreichen können. Mehr Flexibilität. Vor allem aber für eine andere Einstellung zur Arbeit im Alter werben müssen. Die SPD hat das Gegenteil getan, die Union sie machen lassen. Das war grob fahrlässig.

Den Klimawandel stoppen oder sich darauf vorbereiten?

Generell habe ich für saubere Luft und energetische Autarkie viel Sympathie. Da lohnt sich eine hohe Investition. Aber beim Klimawandel gebärdet sich Europa wie Don Quijote. Man kämpft gegen Windmühlenflügel. Europas Wirtschaft ist allerdings keine Rosinante. Das ist schon noch ordentlich Power dahinter. Doch mit hohem finanziellen Einsatz wird – im Weltmaßstab – vergleichsweise wenig erreicht. Und es läuft zu viel planlos und unkoordiniert ab. Ich meine: Wir sollten nicht nur den Klimawandel "bekämpfen". Wir sollten uns darauf vorbereiten.

Ein dritter Faktor hat eine hohe Wahrscheinlichkeit: eine neue Finanzkrise. Hier rüsten sich Finanzmärkte und Unternehmen bereits. Später mehr dazu.

Genosse Aktivist

Die Gesellschaft wandelt sich. Sie wird radikaler. Ein neuer Kollektivismus bricht sich Bahn. Gepaart mit Radikalität bis hin zum Extremismus. Oder, um Namen zu nennen: Greta Thunberg, Carola Rackete, Roger Hallam. Alles in guter Absicht. Man weiß, was richtig ist. Die andern nicht. Wer als Unternehmer nicht mitmacht, wird mit Hilfe der sozialen Medien an den Pranger gestellt. Jeder Inhaber und Manager sollte Krisenmanagement auf diesem Feld lernen. Sofort!

Sympathie für Enteignungen ist dieser an sich bürgerlich geprägten Strömung nicht fremd. Kapitalismuskritik ist en vogue. Der Genosse heißt jetzt Aktivist. Die Gegenreaktion auf der Rechten bleibt nicht aus. Die Mitte leert sich. Hier ist jeder gefragt sich zu engagieren. Am wichtigsten: Weiter miteinander reden. Den Schaum vor dem Mund wegwischen.

Keine Glaubwürdigkeit mehr verspielen

Und was noch wichtig ist: glaubwürdig bleiben. Hier ist (zu) viel Kredit verspielt worden. Ausgerechnet das „Sturmgeschütz der Demokratie“, Der Spiegel, steht immer wieder unrühmlich im Mittelpunkt – im Fall Relotius, im Fall des investigativen Starreporters Hans Leyendecker, der mit Falschinformationen Minister zum Abgang zwang. Als Teil der Medien wollen wir einen positiven Beitrag leisten.

Ich wünsche Ihnen gemeinsam mit den Mitarbeitern in Verlag und Redaktion friedvolle und erholsame Festtage. Kommen Sie gut ins neue Jahrzehnt. Behalten Sie Ihre Zuversicht! Wir hören am 2. Januar wieder voreinander.  Herzlich grüßt Ihr
Ralf Vielhaber

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