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Fuchsrichter Logo FERI an der Spitze – Nachhaltigkeit wird zum Prüfstein

Nachhaltigkeit im Private Banking: Das Feld sortiert sich neu – Spitzenreiter ziehen davon

Erstellt mit Canva und ChatGPT
Die neue Nachhaltigkeitsbewertung für Private-Banking-Häuser zeigt: Die Spreizung zwischen ambitionierten Vorreitern und zögerlichen Nachzüglern nimmt zu. Während FERI eine Erfolgsgeschichte schreibt, drohen anderen Häusern Reputationsverluste. Wo Anleger heute auf ESG-Kompetenz setzen können – und wo Vorsicht geboten ist.

Nachhaltigkeit ist längst kein Feigenblatt mehr im Private Banking. Wer sich dem Thema nicht mit Ernsthaftigkeit und Struktur widmet, fällt nicht nur durch das Raster anspruchsvoller Kunden, sondern zunehmend auch durch unabhängige Ratings. Der jüngste Nachhaltigkeitstest der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz zeigt deutlich: Die Spreizung in der Branche nimmt weiter zu.

Während einige Institute ihre Strategien verfeinern, wirken andere wie aus der Zeit gefallen. Insgesamt wurden über 40 Banken und Vermögensverwalter untersucht. Die Bandbreite der Bewertungen reicht von knapp über 35 bis knapp unter 95 Punkten – ein Wert, der für institutionalisierte Nachhaltigkeit spricht. Doch die Mehrheit dümpelt zwischen 60 und 75 Punkten, der Ausblick ist häufig negativ.

Spitzenplätze bleiben exklusiv besetzt

Mit 94,8 Punkten erklimmt die FERI AG aus Bad Homburg die Spitze des Rankings. Bemerkenswert: 2022 wurde das Institut noch nicht bewertet – damals fehlte ein Beratungsgespräch als Bewertungsgrundlage. Seither hat FERI konsequent aufgeholt. In drei Jahren kletterte das Haus vom Newcomer zur Nachhaltigkeitselite. Vergleichbar ist nur der Anstieg der Weberbank, die sich von solider Mittelklasse auf 87,5 Punkte steigerte – begleitet von einer Aufwertung im Rating.

Ebenfalls unter den Top-Platzierten finden sich erwartungsgemäß einige „alte Bekannte“: Globalance aus der Schweiz überzeugt erneut mit über 90 Punkten, Vontobel, Bethmann Bank und LGT (Liechtenstein) bewegen sich ebenfalls souverän im oberen Bereich. Diese Häuser stehen für institutionelle Verankerung des Themas, klar definierte ESG-Strategien und transparente Kommunikation.

Zahlreiche Häuser bleiben im Mittelmaß

Zwischen 70 und 80 Punkten rangieren viele etablierte Institute – darunter etwa Berenberg, Schelhammer Capital Bank, Liechtensteinische Landesbank oder Bankhaus Carl Spängler. Sie erfüllen viele formale ESG-Kriterien und lassen auch im Beratungsgespräch Substanz erkennen, doch es fehlt mitunter an Stringenz in der Umsetzung oder der klare Beweis im Kundendialog.

Auffällig ist: Selbst Häuser mit klangvollen Namen – etwa HSBC Deutschland oder die BW-Bank – tun sich schwer, sich aus dem Mittelfeld zu lösen. Hier wäre Potenzial vorhanden, doch offensichtlich fehlt die letzte Konsequenz oder die interne Verzahnung zwischen Marketing, Portfoliomanagement und Beratung.

Absteiger mit Substanz – aber auch mit Aufgaben

Besonders kritisch wird es für einige Institute, bei denen eine Abstufung im Rating erfolgte. Dazu zählen unter anderem die Frankfurter Bankgesellschaft (CH) oder ODDO BHF, die im Zeitverlauf an Punkten verlieren und einen negativen Ausblick aufweisen. Auch die Bank im Bistum Essen und die Raiffeisen-Landesbank Steiermark wurden herabgestuft – obwohl sie keine Totalversager sind, zeigen sie doch ein nachlassendes Engagement.

Hier gilt es, die internen Prozesse wieder auf Linie zu bringen. Denn der Wettbewerb schläft nicht, und Kunden schauen genauer hin. Die Prüfer urteilen differenziert – mangelndes Tempo, fehlende Integration oder veraltete Prozesse führen nicht zur Verbannung aus dem Markt, aber zu erkennbaren Reputationsverlusten.

Novizen und Lehrlinge: Neueinstiege mit Entwicklungspotenzial

Im unteren Bewertungssegment finden sich vor allem kleinere oder spezialisierte Häuser, viele davon mit dem Prädikat „Novize“ oder „Lehrling“ versehen. Sie stehen am Anfang eines langen Weges: GAP Vermögensverwaltung, Spiekermann & Co., Value Experts oder AURETAS family trust sind Beispiele dafür.

Das ist nicht gleichbedeutend mit Desinteresse – oft fehlt es schlicht an Ressourcen, Erfahrungen oder konsistenter ESG-Datenbasis. Einige dieser Institute haben einen positiven Ausblick erhalten – etwa die Hoerner Bank oder die SÜDWESTBANK, was auf Entwicklungshoffnung schließen lässt. Immerhin: Ein schlechter Start ist kein dauerhaftes Urteil, wie das Beispiel FERI eindrucksvoll zeigt.

Nachhaltigkeit bleibt ein Differenzierungsmerkmal – und ein Risikoindikator. Anleger sollten Banken mit stabilem oder steigendem ESG-Profil bevorzugen. Bei stagnierenden Häusern lohnt kritisches Nachfragen.
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