Nahost-Schock an den Finanzmärkten droht
Die Börsen sind nervös: Der Konflikt zwischen Israel und Iran sorgt für unvorhersehbare Marktbewegungen. Ein potenzieller Kriegseintritt der USA könnte die Lage weiter verschärfen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Besonders Europa und Japan wären negativ betroffen. Den Finanzmärkten droht ein Konjunktur- und Inflationsschock.
Die Börsen warten in angespannter Hab-Acht-Stellung die politischen Entwicklungen im Krieg zwischen Israel und dem Iran ab. Der Angriff Israels auf den Iran hat zu einer Überraschungsreaktion nach unten geführt. Die wurde aber auch gleich wieder ausgeglichen. Weiter nach oben kommen die Aktienmärkte momentan aber nicht.
Geopolitische Eskalation
Auch die nächsten Impulse für die Finanzmärkte werden geopolitische sein. Die über allem schwebende Frage ist, ob die USA aktiv mit Truppen in den Krieg eingreifen. Zu beobachten ist, dass die US-Streitkräfte in Bewegung gesetzt wurden. Es wurden über 20 Tankflugzeuge aus der USA in die Krisenregion verlegt. Auch Kriegsschiffe sind in Richtung Iran aufgebrochen. US-Präsident Donald Trump hat sogar den G7-Gipfel weit vorzeitig abgebrochen und diese Entscheidung mit den Nahost-Entwicklungen begründet.
Ein Kriegseintritt der USA würde die Situation massiv verschärfen. Das würde zu einer militärischen Zuspitzung des Krieges führen und vermutlich auch zu einer Ausweitung. Der Iran dürfte darauf reagieren, allerdings nicht militärisch, sondern mit der Öl-Waffe. Das Land hat bereits mit der Blockade der Straße von Hormus gedroht. Wir erwarten, dass der Iran diese Drohung erst bei einem Kriegseintritt der USA umsetzt.
Börsen droht Konjunktur- und Inflations-Schock
Angesichts der geopolitischen Eskalation in Nahost stehen die Rohstoffpreise im Fokus. Der Ölpreis ist bereits kräftig gestiegen. Er hat noch weiter erhebliches Potenzial, wenn der Iran die Straße von Hormus dichtmacht. Wichtig dabei: Diese Ölwaffe würde vermutlich Europa und Japan massiv treffen, die USA, Kanada und Norwegen aber nicht so stark. Diese Länder dürften als Öl- und Gas-Exporteure sogar profitieren. Auch Russland könnte zu den Gewinnern einer solchen Blockade zählen.
Die Unsicherheit an den Finanzmärkten ist damit erheblich gestiegen. Das passt gar nicht gut zu den ebenfalls schon stark gestiegenen Kursen. Diese Entwicklung hat die US-Notenbank bei ihrer Zinsentscheidung berücksichtigt. Wir sehen aber auch, dass die US-Geldhüter (wie von uns prognostiziert) immer weiter in ein Stagflations-Szenario laufen. Die US-Notenbank hat ihre Wachstumsprognose auf 1,4% nach unten korrigiert (zuvor 1,7%). Parallel dazu hat sie ihre Inflationsprognose von 2,7% auf 3% angehoben. Kommt es jetzt durch die Eskalation des Krieges im Nahen Osten zu einem Konjuktur- und parallel Inflationsschock, haben die Finanzmärkte ein dickes Problem.
Fazit: An den Finanzmärkten wachsen derzeit die Risiken. Negative politisch-militärische Überraschungen mit erheblichen Auswirkungen sind möglich. Wer Risiken begrenzen will, sollte Stopp-Kurse einziehen oder auch aktiv Teilgewinne realisieren. Gold, Silber und Bitcoin bleiben im Fokus. Die ruhige Sommerpause an der Börse dürfte dieses Jahr ausfallen.