Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1351
Nahöstliches Gas Forum in der Kritik

Neue Gasleitung aus Israel vor Aus

Die neue Gaspipeline aus Israel steht vor dem aus. Copyright: Pixabay
Durch die Friedensvereinbarungen zwischen Israel und mehreren umliegenden Staaten ist Bewegung in den Gasmarkt im östlichen Mittelmeer gekommen. Treiber der Entwicklung sind Ägypten und Israel. Dieses so genannte Gas Forum löst aber auch einige Kritik aus, sowohl aus den Vereinigten Staaten wie aus Deutschland. Denn ein wichtiger Spieler wurde "vergessen".

Der Bau der längsten Tiefsee-Leitung der Welt für Gas steht zunehmend infrage. Sie soll von den israelischen Gasfeldern bis nach Europa reichen. Doch andere Projekte u.a. der Saudis und Vorbehalte der Amerikaner stehen dem Vorhaben wirtschaftlich und politisch im Wege.

Vor allem gibt es Kritik, dass die Türken nicht in die Gespräche eingebunden sind. Das im September unterzeichnete internationale Vertragswerk zum Gas Forum, der Erdgasorganisation für das Östliche Mittelmeer, wurde ohne Ankara ausgearbeitet.

EU ist involviert

Die Baukosten einer solchen Mega-Leitung werden auf 6,2 Mrd. Euro veranschlagt. Die Machbarkeitsstudie erarbeitet derzeit das griechische Unternehmen IGI Poseidon. Die Kosten dafür in Höhe von 70 Mio. Euro bezahlt die EU. Die Studie soll in zwei Jahren abgeschlossen sein. Würde der Bau der Leitung wider Erwarten beschlossen, läge die Bauzeit zwischen sechs und sieben Jahren.

Saudis wollen Landverbindung

Saudi-Arabien will jedoch eine landgebundene Leitungsverbindung nach Europa für den Gas- und Öltransport einrichten. Zudem wollen sie das eigene Ölleitungsnetz mit dem israelischen verknüpfen. Dazu gibt es bereits Gespräche mit dem israelischen Außenministerium. Zwischen Eilat in Israel am Golf bis nach Ashkelon am Mittelmeer gibt es bereits seit längerem eine Leitung.

Zwar macht das auf den ersten Blick wenig Sinn. Denn einmal sind da denkbare politischen Schwierigkeiten mit der Türkei. Zudem ist  der Gastransport per Leitung teurer als der Transport mit großen Gastankschiffen.

Im Streit mit dem Iran

Doch Saudi Arabien steht in laufenden Auseinandersetzungen mit dem Iran (u.a Stellvertreterkrieg in Somalia). Somit fürchten die Saudis, dass der Golf, der Iran und Saudi Arabien trennt, über Nacht für die Schifffahrt unpassierbar gemacht werden könnte. Dann wäre der größte Teil der Gas- und Ölproduktion der Saudis schlagartig nicht mehr exportierbar. Und die Saudis sind nach wie vor auf diese Einnahmen angewiesen.

Kritische Stimmen zum Gas Forum kommen insbesondere aus den USA. Professor Brenda Shaker von der Georgetown Universität in Washington hält die Chancen für den Bau einer Gasleitung aus dem östlichen Mittelmeer bis nach Italien nur für äußerst gering. Shaker hat neben ihrer Professur noch ein höheres Amt in der amerikanischen Marine inne. Außenminister Heiko Mass spricht mit Blick auf die Türkei  sogar von "einem Spiel mit dem Feuer. Der kleinste Funken könnte bereits zu einer Katastrophe führen”.

Fazit: Das Risiko eines solchen Vorhabens ist hoch. Es bestehen nur geringe Aussichten auf einen nennenswerten Gewinn aus dem Leitungsbetrieb. Auffällig ist auch das bisherige italienische Desinteresse. Die Italiener haben genügend Alternativen.

Hinweis: Trotz aller Spannungen nimmt im Nahen Osten die Bereitschaft zu Abkommen und Kooperation zu. Vor allem die Saudis als bedeutende Macht in der Region nähern sich Israel an. Behalten Sie daher den Blick auf die Region gerichtet. Hier wird es in den nächsten Jahren etliche Projekte mit hohem Auftragsvolumen geben.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Japanischer Yen mit starkem Wochenverlauf

Beflügelnde Tendenzen

In Japan freute man sich in der vergangenen Woche gleich über eine Vielzahl von Gute-Laune-Nachrichten. Das stärkte den Yen sowohl zum Euro als auch zum Dollar.
  • Fuchs plus
  • Aufnahmeverfahren der "Klimaschutz-Unternehmen" startet in die nächste Runde

Ein attraktives Öko-Netzwerk

Networking ist wichtig, gerade im B2B-Geschäft. Für Unternehmen in den Bereichen Klima- und Umweltschutz gibt es dafür eine interessante Initiative mit hochkarätigen Schirmherren.
  • Fuchs plus
  • Industriemetall im Höhenflug

Bei Platin stockt das Angebot

Platin wird für seine katalytischen Eigenschaften geschätzt. Es beschleunigt chemische Reaktionen und hilft, die Ausbeute zu steigern, beispielsweise bei der Herstellung von Salpetersäure, einem wichtigen Ausgangsmaterial für die Herstellung von Düngemitteln. Kein Wunder, dass ein Angebotsrückgang Folgen hat. Industrie wie Anleger sollten das beachten.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Nachfrage am Weltmarkt für LNG geht zurück

Druck auf den Gaspreis

Das dritte Quartal 2020 hat einen deutlichen Rückgang des Verbrauchs von verflüssigtem Erdgas gebracht. Vieles spricht dafür, dass es - coronabedingt - so weitergeht. Nur wenn es einen sehr kalten Winter auf der nördlichen Erdhalbkugel gibt, wird der Gasbedarf stark steigen.
  • Fuchs plus
  • Neuer Batteriespeicher auf Eisenbasis

Solaranlagen mit Hausspeicher werden sich bald rechnen

Die Hochschule Landshut entwickelt zusammen mit dem Industriepartner Voltstorage eine neue Batterie auf Basis von Eisen. Schon in drei Jahren könnte sie auf den Markt kommen. Die Batterie ermöglicht eine wirtschaftliche Nutzung von Haussolaranlagen mit Batteriespeichern.
Zum Seitenanfang