Neue Geschäftsmodelle mit SAF
Die wachsende Nachfrage nach alternativen Flugtreibstoffen wird einige Geschäftsmöglichkeiten mit sich bringen. Denn alternative Flugtreibstoffe werden in den kommenden Jahren hohe Nachfragezuwächse verzeichnen. SAF (Sustainable Aircraft Fuel) besteht entweder als Bio-SAF aus Biomasse oder wird aus Wasserstoff hergestellt (E-SAF).
Die Nachfrage nach den nachhaltigen Kraftstoffen wird weltweit steigen. Einerseits wollen viele Länder die Emissionen beschränken. Daneben gibt es zahlreiche Fluggesellschaften, die sich Emissionsziele gesetzt haben. Etliche Airlines wollen 2030 schon 10% SAF einsetzen.
Riesiger Wachstumsmarkt in der EU
Das Programm mit den strengsen Umweltauflagen gibt es in der EU. Die RefuelEU-Aviation-Verordnung verlangt, dass 2025 gut 2% des Kerosins aus SAF bestehen muss. Im Jahr 2030 sollen es 6% sein, 2050 dann 70%. Werden die Quoten nicht eingehalten, müssen Fluglinien und Flugkraftstoffanbieter hohe Strafen zahlen.
Der Markt in der EU ist riesig. Insgesamt wurden 2023 gut 6,6 Mrd. t Kerosin in der EU getankt. Ab 2025 werden alleine in der EU 130 Mio t SAF benötigt, 2030 schon 400 Mio t. Danach steigt der Verbrauch jedes Jahr in der EU um 11% bis 2050, wie eine Studie des Unternehmensberaters EY zeigt.
Geringes Produktionsvolumen weltweit
Das Produktionsvolumen ist noch sehr gering. 2025 gibt es laut dem weltweiten Verband der Fluglinien (IATA) ein weltweites Produktionsvolumen von 2,1 Mio. t SAF. Weil die EU inzwischen einen industriefreundlicheren Kurs fährt, wird sie wahrscheinlich wie zuvor schon bei der Autoindustrie die SAF-Ziele in die Zukunft schieben. Der Bedarf für SAF wird dann zwar etwas später aber dennoch sehr stark steigen.
Die Produktion von alternativen Flugtreibstoffen ist vor allem für Unternehmen aus der Chemieindustrie und der Verarbeitung von Agrarprodukten interessant. Sie können aus Reststoffen wertvolle Kraftstoffe machen. Bio-SAF kann aus Pflanzenölen und -fetten und aus Zuckern und Alkoholen hergestellt werden. Bei nichtessbaren Zuckern gibt es ein großes Potenzial, weil für diese Reststoffe noch keine Anlagen im großen Maßstab gebaut wurden. Auch Synthesegas kann für die Herstellung von SAF genutzt werden. Das Gas kann aus Industrieprozessen (wie Gichtgas aus Hochöfen), aber auch aus Reststoffen wie Abfallplastik oder Biomüll erzeugt werden.
Bio-SAF ist noch lange wesentlich billiger als E-SAF
In den nächsten Jahren hat Bio-SAF die größeren Chancen am Markt. Es kostet mir 2,7 USD/Kg etwas mehr als die Hälfte von E-SAF. Nach 2030 wird E-SAF stetig billiger werden und dürfte in Europa im Zeitraum zwischen 2035 bis 2038 Preisgleichheit mit Bio-SAF erreichen.
Fazit: SAF werden in den kommenden Jahren ein lukrativer und stark wachsender Markt. Unternehmen aus der Chemie- und der Nahrungsmittelindustrie können mit Reststoffen Geld verdienen.