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Neue Eigenkapitalregulierung wirft ihre Schatten voraus

Neue Regulatorik verteuert Unternehmenskredite

Ab dem 1. Januar gelten neue Eigenkapitalregulierungen für Banken. Mit dem Inkrafttreten von Basel IV dürften die Finanzierungskosten für Unternehme steigen - und das sogar dann, wenn die Zinsen zunächst weiter sinken. Denn nur eins von zehn Unternehmen erfüllt eine Anforderung, die unter den neuen Rahmenbedingungen für die Banken für die Risikobeurteilung und Kreditvergabe relevant ist.
Die Kreditkosten für Unternehmen stagnieren und verbessern sich nicht weiter, während die Hürden zum Kreditzugang höher werden. Das ist die Ausgangslage für Unternehmensfinanzierungen Anfang Dezember. Obwohl die Inflation in der Eurozone und in Deutschland weiter anzieht, wird die Europäische Zentralbank (EZB) erneut die Zinsen senken. 

Inflation rauf, Leitzinsen runter

Die Inflation in Deutschland ist zuletzt auf 2,2% gestiegen. Damit liegt sie wieder über dem Ziel der EZB und ist der höchste Wert seit Juli 2024. Auch in der Eurozone ist die Inflation wieder geklettert. Die Rate der Geldentwertung stieg von 2,0% auf 2,3%. An dieser Dynamik dürfte sich vorläufig nichts ändern. Denn der Preisdruck bleibt - insbesondere über die Rohstoffseite und die Löhne - bestehen. 

Die Argumentation der EZB wird lauten, dass das aktuelle Zinsniveau zu hoch ist. Der Abstand zur Inflationsrate ist groß und die Geldpolitik wird restriktiv. Zugleich sind die Notenbanker damit konfrontiert, dass die Wirtschaft in der Eurozone schwächelt. Auch das spricht für sinkende Zinsen, um die Konjunktur zu stützen. Es ist daher wahrscheinlich, dass die EZB auf ihrer nächsten Sitzung den Leitzins erneut senken wird. 

Zinsen haben kaum Luft nach unten

Unternehmen, die auf der Suche nach einer Finanzierung sind, wird das aber nicht viel nützen. Am kurzen Ende sind die die Zinsen bereits kräftig gesunken. Sie liegen bei 2,69% und haben damit einen großen Zinsschritt der EZB bereits eingepreist. Weiter nach unten kann es nur gehen, wenn die EZB auch weiter sinkende Zinsen signalisiert. Das erwarten wir vorerst nicht. 

Am langen Ende gibt es ohnehin nicht viel Luft nach unten. Aktuell liegen die Renditen schon wieder bei mageren 2,04%. Die Zinsstrukturkurve ist damit steil und invers, deutet also weiter konjunkturellen Gegenwind an. Das passt zur Zurückhaltung der Banken, die ihre Anforderungen an Kreditnehmer auf dem ohnehin schon hohen Niveau halten (FB vom 4.11.).

Neue Eigenkapitalregulierungen machen Rating wichtiger

Strukturell kommt ein weiteres Problem auf Unternehmen zu, das Kredite teurer machen dürfte. Ab 1. Januar wird die überarbeitete Eigenkapitalregulierung in Kraft treten (Basel IV). Creditreform hat untersucht, mit welchen Auswirkungen zu rechnen ist. Das Ergebnis: Die neuen Eigenkapitalanforderungen dürften Darlehen insbesondere für Unternehmen ohne ein externes Bonitätsrating teurer machen. Denn die Änderungen durch Basel IV bedeuten vor allem, dass Kreditinstitute mehr Eigenkapital vorhalten und mit höheren operativen Kosten für das Risikomanagement rechnen müssen. Derzeit hat aber nur 1 von 10 Unternehme  (9,2%) ein externes Rating, so Creditreform. 

Fazit: Das Finanzierungsumfeld wird nach dem Jahreswechsel noch schwieriger. Die Kreditzinsen haben kaum Luft nach unten, neue regulatorische Anforderungen an die Banken werden die Kreditkosten aber für viele Unternehmen anheben.

Hinweis: Es dürfte sich für viele größere KMU lohnen, ein externes Kreditrating in Erwägung zu ziehen. Die Bonitätsbeurteilung wird bei künftigen Kreditanträgen mehr Gewicht haben. Wer kein Rating hat, wird in jedem Fall mehr zahlen.

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