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Baltic Dry Index führt in die Irre

Neuer Index zeigt Stress in der Lieferkette an

Das Containerschiff «MOL Triumph» legt n Hamburg am Terminal Burchardkai an. © Axel Heimken / picture alliance
Wer sich Preisentwicklungen ansehen will, greift gern auf einen Index zurück. Doch bei den Frachtraten haben Unternehmen die Qual der Wahl. Und einer der beliebtesten Indizes leitet sogar gänzlich fehl. FUCHSBRIEFE helfen bei der Einordnung.

Der stark gesunkene Baltic Dry Index (BDI) führt bei der Beurteilung der internationalen Frachtraten gegenwärtig gehörig in die Irre. Seit Oktober hat sich der Wert des Frachtraten-Preisindex von 5.670 Punkte auf aktuell 1.977 mehr als halbiert. Die Interpretation, dass sich die Lage auf dem Transportmarkt deutlich entspannt, ist aber ein Trugschluss. Genau so wie die Ableitung, dass die Konjunktur schon wieder abkühlt. 

Die Lösung des Rätsels: Der BDI umfasst nur die Tarife für die Verschiffung von Rohstoffen wie Eisen, Kohle oder Getreide. Und das auch nur auf 20 ausgesuchten Routen. Die Verschiffung von fertigproduzierten Produkten wird in ihm nicht aufgenommen. Der Index ist somit sehr stark fokussiert. Grund für den heftigen Rückgang ist die Indexzusammensetzung. Das größte Gewicht im Index haben die Tarife für sogenannte Capesize-Frachter. Das sind Schiffe, die so groß sind, dass Sie nicht durch den Suezkanal passen und folglich um das Kap der Guten Hoffnung fahren müssen. In diesem Großfrachter-Segment hat sich die Lage deutlich entspannt.

Andere Indizes weichen deutlich vom Baltic Dry Index ab

Ein Blick auf andere Frachtraten-Indizes zeigt, wie angespannt die Lage weiterhin ist. Der China Containerized Freight Index (Frachtpreise von und nach China) der Shanghai Shipping Exchange notiert aktuell bei 3.587 Punkten und hat sich damit in den vergangenen anderthalb Jahren glatt verdoppelt. Zuletzt hat sich der Anstieg verlangsamt und stagniert. Von einem Rückgang wie beim BDI kann aber noch längst nicht die Rede sein. 

Der HARPEX-Index (Charterpreise weltweit) notiert derzeit auf seinem Allzeithoch bei 4.360 Punkten. Im Juli 2020 lag der Indexpreis noch bei 410 Punkten.

Neuer Index für mehr Klarheit

Mehr Klarheit über die weltweiten Frachtratenpreise soll ein neuer Meta-Index schaffen. Der Global Supply Chain Pressure Index der Federal Reserve Bank of New York setzt auf die Daten einer Vielzahl von Indizes sowie 27 weitere Indikatoren, um die globalen Frachtpreise abzubilden. Zwar wurde der Index bereits kritisiert – etwa weil er auch auf Daten des BDI zurückgreift. Dennoch dürfte der neue Index aufgrund der Vielzahl der verarbeiteten Variablen ein gutes globales Bild der Frachtraten vermitteln. 

Die besondere Aussagekraft wird darin bestehen, den allgemeinen Stresslevel in den globalen Supply Chains zu signalisieren. Die New Yorker Fed hat den Index bis 1997 zurück gerechnet. Das Ergebnis: Den mit Abstand höchsten Stand erreichte der Index im Oktober 2021. Seitdem ist er um rund 5% gesunken.

Fazit: Die Aussagekraft von Indizes ist nur so gut, wie die abgebildeten Daten. Darum darf der "enge" Baltic Dry Index nicht überinterpretiert werden. Die Frachtraten sind weiterhin extrem angespannt, auch wenn zaghafte Entspannungszeichen in Sicht sind.
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