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Japans Corona-Strategie

Neunmal besser als Deutschland

Japans Corona-Strategie. Copyright: Pexels
Japan hat mit 126 Millionen Einwohnern nur einen Bruchteil der Corona-Toten wie Deutschland. Es kommt ganz ohne Lockdown durch die Krise. Mit dem Impfen hat man es nicht eilig. Und auch wirtschaftlich schneidet der Industriestaat viel besser ab.

Auch wenn in den deutschen Medien immer wieder das Bild eines Landes im Ausnahmezustand gezeichnet wird – Japan kommt ohne Lockdown recht gut durch die Coronakrise. Es schneidet in allen Kennzahlen weitaus besser ab als Deutschland. Mit nur 125 Toten pro eine Million Einwohner ist Japan neunmal so erfolgreich wie Deutschland mit 1.105 Toten pro Million. 

Diese Zahlen sind deshalb beeindruckend, weil in Japan – gemessen am Alter – fast doppelt so viele Risikopatienten leben wie in Deutschland. Mehr als 36 Millionen Japaner sind 65 Jahre oder älter; in Deutschland sind es etwa 19 Millionen. Die gesündere Ernährung, weniger Diabetes und bessere Vitamin D Versorgung spielen hier eine wichtige Rolle. Merkels Lockdown-Politik kostete bis jetzt 92.700 Menschen das Leben. In Japan sind es nur 15.700 bei 126 Mio. Einwohnern. Das besonders autoritär agierende Bayern hat mit einem Zehntel der Einwohner genauso viele Tote wie Japan zu verzeichnen (15.400).

Keine Lockdowns

Diese Erfolge erringt Japan, obwohl und auch weil es von Anfang an auf Lockdowns verzichtete. Der Stringency Index der Universität Oxford misst die Strenge der Abriegelungsmaßnahmen wie Schulschließungen oder Reiseverbote. Seit März 2020 lag Deutschland im Stringency Index fast immer zwischen 60 und 80 Punkten, Japan zumeist zwischen 30 und 50 Punkten. Die Bevölkerung behielt ihre Grundrechte. Das zahlte sich auch ökonomisch aus. Während Japans BIP 2020 nur um 2% zurückging, brach das deutsche um 4,8% ein.

Viel weniger Geimpfte

Japan hat auch den Impfstoff wesentlich sorgfältiger geprüft als das bei uns der Fall ist und mit den Impfungen erst Ende Februar begonnen. Derzeit sind nur 40% der Japaner vollständig geimpft, in Deutschland sind es 59%. Dennoch sieht Japans Bilanz viel besser aus.

Derzeit erlebt Japan den stärksten Anstieg der Infizierten. Die Regierung reagiert darauf angemessen etwa mit dem Verbot von Restaurantbesuchen nach 20 Uhr. Die Hospitalisierungsrate und die Sterberate bleiben niedrig. Heilserwartungen in die Impfung wie hierzulande teilt man in Japan nicht. Japan testet fünfmal weniger als Deutschland und hat, auch deshalb, fünfmal weniger Fälle. Das zeigt, dass die Anzahl der Infizierten über den Erfolg der Corona Politik wenig aussagt.  

Fazit: Japan fokussierte auf den Schutz der Alten, was Merkels Zero-Covid Beratergremium um Drosten als unmöglich verworfen hatte. Der Erfolg gibt Japan recht: kaum Tote, kein Verlust der Bürgerechte, geringe BIP-Einbußen.

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