US-Zinsanpassung: Euro verliert an Boden – Exporteure profitieren
Die Erhöhung des US-Leitzinses in der vergangenen Woche um 25 Basispunkte auf 3,75% auf 4,00% hatte durchschlagenden Erfolg auf den EUR/USD-Kurs. Seither purzelte der Euro von 1,1544 auf 1,1377 Dollar – ein Minus von fast 1,7 Cent innerhalb einer Woche.
Erstaunlich ist dabei, dass erst eine Woche zuvor die Europäische Zentralbank ihrerseits den Leitzins von 2,25 auf 2,50% erhöht hatte. Der Spread des Leitzinses beider Zentralbanken bleibt also gleich. Dennoch konnte der Dollar von der Erhöhung profitieren. Damit rückt allerdings auch das Ziel des US-Präsidenten Donald Trump, den Dollar zu schwächen, in weite Ferne. Trump hofft mit einem schwachen Dollar das trotz seiner Zölle hohe Handelsbilanzdefizit der USA verringern zu können.
Exporteure freut‘s
Für die deutsche Exportwirtschaft handelt es sich hingegen um eine willkommene Entlastung. Denn künftig erhalten sie für die im Dollarraum erwirtschafteten Erträge mehr Euro.
Dagegen haben Importeure das Nachsehen, da sie mehr Euro für Güter aus dem Dollarraum bezahlen müssen. Dazu gehören die meisten Rohstoffe wie Öl. Der starke Dollar verteuert somit auch die Ölimporte, was die Logistikbranche, Industrie und Autofahrer belastet.
Ölpreis sinkt
Glücklicherweise hat der Ölpreis in der vergangenen Woche deutlich nachgegeben. Während ein Barrel der Nordseesorte Brent seinerzeit noch bis 105,83 Dollar kostete, waren es am Mittwoch lediglich 92,16 Dollar, ein Abschlag von 13%. Damit sinkt der Ölpreis schneller als der Dollar steigt.