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Ukrainekrieg

Weizenpreise im Höhenflug

Russland und die Ukraine attackieren wieder gegenseitig Frachter und Hafenanlagen. Das treibt die Weizenpreise auf Rekordstände.

Die Eskalation im Ukrainekrieg und die gegenseitige Angriffe Moskaus und Kiews auf Frachter und Häfen im Schwarzen Meer treiben die Weizenpreise wieder auf Rekordhöhen. Seit Anfang August haben sie mittlerweile den höchsten Stand seit drei Jahren erreicht. „Sollten Exporte aus Russland und der Ukraine über einen längeren Zeitraum deutlich eingeschränkt bleiben, dürfte sich das Angebot auf dem Weltmarkt weiter verknappen und zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die Weizenpreise ausüben“, teilte die BayWa den FUCHSBRIEFEN auf Anfrage mit.

Laut Europas größtem Agrarhändler können zwar alternative Transportwege, etwa über die Donau, Rumänien oder auf dem Landweg, die Einschränkungen noch teilweise auffangen. Doch seien dadurch die Kapazitäten der Schwarzmeerhäfen nur begrenzt zu ersetzen. Die Verknappung und die dadurch gestiegenen Preise treffen nach Angaben von Europas größten Agrarhändler vor allem die stark importabhängigen Länder, insbesondere in Nordafrika und im Nahen Osten.

Globaler Markt bestimmt Preis

Auch Deutschland kann sich nicht vollends von dem Preisdruck abkoppeln. Weizen wird an globalen Leitbörsen wie der Pariser Euronext und dem Chicago Board of Trade (CBOT) gehandelt, wo die weltweit Angebotsengpässe durchschlagen. Deutsche Mühlen müssen den Weizen von heimischen Bauern dann zu gestiegenen Weltmarktpreisen einkaufen. Das verteuert auch hierzulade indirekt die Produktion von Mehl und Futtermitteln.

„Marktteilnehmer fragen bereits verstärkt Ware aus anderen Exportregionen nach, unter anderem aus Deutschland, Frankreich und dem Baltikum. Dass aus diesen Regionen zum jetzigen Zeitpunkt bereits Mengen in diesem Umfang nachgefragt werden, ist nach unserer Marktbeobachtung eher ungewöhnlich“, teilte die BaWa den FUCHSBRIEFEN auf Anfrage weiter mit. Die Weizen-Futures legten im August im Vergleich zum Vormonat um rund 6,5% zu; im Jahresvergleich verteuerte sich Weizen um rund ein Drittel.

Entwicklungsländer besonders betroffen

Deutsche Landwirte exportieren große Mengen ihres eigenen Weizens. Wenn Russland und die Ukraine den Weltmarkt mit billigem Weizen fluten, drückt dies hierzulande, was viele Höfe wirtschaftlich unter Druck setzt. Im umgekehrten Fall profitieren sie von dem geringeren Angebot auf den Weltmärkten.

Bei Weizen als Brotgetreide gehören Russland und die Ukraine laut dem Bundeszentrum für Landwirtschaft zu den weltweit größten Exporteuren. Rd. 28% aller globalen Weizenexporte entfallen auf diese beiden Länder. Hauptabnehmer sind Entwicklungsländer. Deutschland exportiert je nach Ernteverlauf bis zu 3 Mio. Tonnen Weizen pro Jahr, Russland und die Ukraine um die 100. Mio. Tonnen.

Fazit: Der Ukrainekrieg beeinflusst die weltweiten Weizenpreise maßgeblich. Je nach Kriegsverlauf steigen und fallen die Preise an den Börsen.
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