Zahlungsverkehr: Wero setzt sich durch
Der europäische digitale Bezahldienst Wero, der Geldtransfers in Sekundenschnelle direkt von Bankkonto zu Bankkonto ermöglicht, ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Derzeit führen ihn viele große Händler ein, zuletzt die Onlinesparten von Lidl und dm. Der Grund: Wero ist deutlich günstiger als die Konkurrenz.
Bei Wero beträgt die Gebühr meist nicht mehr als 0,77% des Einkaufs. Manchen Banken berechnen allerdings noch Fixgebühren von 7 bis 15 Cent. Visa und Mastercard verlangen Gebühren von knapp unter zwei Prozent, plus einer Fixgebühr von rd. 25 ct. Paypal, in Deutschland Marktführer bei Onlinekäufen, ist mit einem Anteil von 2,99% am Einkaufswert sowie einer Fixgebühr von 39 ct pro Einkauf im Vergleich teuer.
Leichte Registrierung
Für Transaktionen an Privatpersonen genügen die Handynummer oder die E-Mail-Adresse des Empfängers. Es ist weder eine Kreditkarte noch die Eröffnung eines separaten E-Wallets bei einem US-Anbieter nötig. Der Dienst wird direkt über die Banking-App der teilnehmenden eigenen Bank oder eine spezielle App eingerichtet.
Wero ist erst seit Sommer 2024 verfügbar. Entwickelt wurde der Bezahldienst von der European Payments Initiative (EPI), einem Zusammenschluss europäischer Banken und Finanzdienstleister. Damit wollten sie unabhängiger von US-Konkurrenten wie PayPal, Apple Pay oder Google Pay werden. Laut Wero können heute schon 75% der deutschen Bankkunden den Dienst nutzen. Die Commerzbank will ihn demnächst einführen.