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Immer weniger Banken und Investoren wollen den Fossilen Geld geben

Ölbranche hat ein Finanzierungsproblem

Ölbranche hat ein Finanzierungsproblem. Copyright: Pixabay
Im Zuge der Nachhaltigkeitsdebatte rennen den Öl-Unternehmen die Investoren weg. Immer weniger Banken und auch Privatanleger wollen den Konzernen mit Liquidität aushelfen. Die Unternehmen locken mit hohen Anleihe-Renditen. Das wird auch auf den Ölpreis durchschlagen.

Die Ölbranche hat ein Finanzierungsproblem. Das wird direkt auf den Ölpreis durchschlagen. Im Zuge der Nachhaltigkeitsbemühungen von immer mehr Banken und Investoren laufen den Unternehmen die Partner davon. Diese Perspektive ist nicht neu. Marktbeobachter sind nun aber überrascht, wie rigoros die Finanzbranche die Taue kappt – und das trotz guter Renditeaussichten.

Gut sichtbar wird das an den schnell steigenden Kupons bei Unternehmensanleihen. Die niederländische Investmentgesellschaft Aegon Asset Management verweist auf die Unternehmen Ithaka und Tullow Oil. Trotz eines saftigen Kupons von 9%, einer gut ausgestatteten, kostengünstigen Vermögensbasis und einer beträchtlichen Cash-Generierung liegt die Ithaka-Anleihe (ISIN: US 465 67T AB0 8) noch immer unter ihrem Emissionspreis. Bei der Tullow Oil-Anleihe (ISIN: US 899 415 AG8 9) liegt der Kupon sogar bei 10,25%. Aegon verweist zudem auch darauf, dass größere Konzerne sich von immer mehr Produktionsanlagen trennen und auf Erneuerbare Energien umschwenken (vgl. FB vom 7.12.20). Für kleinere Unternehmen ist das aber keine Option.

Steigende Öl-Nachfrage trotz Energiewende

Die Finanzierungsprobleme der Öl-Unternehmen treffen auf eine dennoch (moderat) steigende Nachfrage. Die Internationale Energie Agentur (IEA) prognostiziert, dass der Öl-Verbrauch im Jahr 2023 wieder auf dem Vorkrisenniveau liegen wird. Bis 2030 wird die Nachfrage weiter steigen auf 104 mb/d, erst dann flacht die Dynamik spürbar ab. Vor der Krise lag die Nachfrage bei 98 mb/d.

Die Perspektive des Ölpreises ist vor diesem Hintergrund eindeutig aufwärts gerichtet. Goldman Sachs geht bis zum Ende des Jahres von einem Ölpreis um 80 US-Dollar pro Barrel aus. Im kommenden Jahr soll dann wieder die 100er Marke geknackt werden, im Jahr 2040 möglicherweise die 200. Diese langfristige Prognose ist allerdings mit einiger Unsicherheit behaftet. Die Auswirkungen des technischen Fortschritts auf die Ölnachfrage lassen sich nur schwer abschätzen. Zudem wird auch durch die Venezuela-Krise das weltweite Angebot begrenzt. Doch auch dieser Hahn wird irgendwann wieder aufgedreht (vgl. FB vom 23.8.21).

Fazit: Die Öl-Industrie wird die steigende Nachfrage nicht befriedigen können. Neue Explorationsprojekte werden zudem immer teurer. Das spricht für ein sinkendes Angebot und steigende Preise. Öl bleibt damit ein Inflationstreiber.

Hinweis: Die Gefahr, dass die Öl-Unternehmen ihre Anleihen nicht zurückzahlen können, ist gering. Das lässt sich auch als Privatanleger nutzen. Ökologisch nachhaltig sind solche Investments allerdings nicht.

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