Ölmarkt vor Überangebot?
Es wird mehr Öl auf den Markt kommen. Denn die acht Länder der Opec+ mit freiwilligen Produktionskürzungen haben bei ihrer virtuellen Sitzung am Sonntag beschlossen, die vereinbarten Produktionsziele auch im Dezember um 137.000 Barrel pro Tag zu erhöhen. Diese Entscheidung war im Vorfeld am Markt so erwartet worden. Die Begründung der OPEC+ ist unverändert. Die Länder haben auf einen stabilen globalen Wirtschaftsausblick, gesunde Fundamentaldaten und niedrige Öl-Lagerbestände hingewiesen.
Für Überraschung sorge, dass in den drei Monaten danach keine weitere Produktionserhöhung erfolgen soll. Begründet wird die Pause mit der Saisonalität, also mit einem temporären Nachfrage-Effekt. Denn die Nachfrage nach Rohöl schwächt sich im ersten Quartal überlicherweise ab. Deshalb dürfte der Ölmarkt Anfang 2026 bereits ein beträchtliches Überangebot aufweisen.
Ölmarkt vor Überangebot
Die Opec+ versuchte aber den Eindruck zu zerstreuen, die Unterbrechung der Produktionsausweitung wäre aus Sorge vor einem Überangebot erfolgt. Der Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate zweifelte ein Szenario der Überversorgung im kommenden Jahr an und sieht stattdessen eine höhere Nachfrage.
Der Ölpreis zog nach der Opec+-Entscheidung kurzzeitig an. Inzwischen hat er aber wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Mit aktuell rund 59,88 US-Dollar je Fass hat der Ölpreis zuletzt die psychologisch wichtige 60-Dollar-Marke (Unterstützung) preisgegeben. Das deutet darauf hin, dass die Sorgen vor einem Überangebot die Oberhand gewinnen. Selbst ohne sanktionsbedingte Ausfälle dürfte der Ölmarkt auch im kommenden Jahr überversorgt sein.
Fazit: Zwar pausiert die Opec+ ihre geplante Produktionserhöhung im ersten Quartal 2026. Doch der Ölmarkt bleibt vor dem Hintergrund eines strukturellen Überangebots angeschlagen. Mit dem WisdomTree WTI Crude Oil 1x Daily Short ETF (ISIN: JE 00B 24D K97 5) können Anleger von sinkenden Ölpreisen profitieren.