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Fragezeichen hinter dem IWF-Ausblick

Optimistische Prognose

Der IWF hat seinen Frühjahrsausblick vorgelegt. Der bringt eine ziemlich optimistische Prognose. Die verträgt sich allerdings schlecht mit einem neuen Papier des Ifo-Instituts.

Der Verlauf der globalen Konjunktur soll dem IWF zufolge die V-Form aufweisen. Also schnell und steil runter, dann schnell und steil wieder rauf. Auf den Einbruch mit -3% für das laufende Jahr und damit 6,3 Prozentpunkten weniger als im Januar angesetzt, folgt 2021 eine steile Erholung mit 5,8% (2,4 Prozentpunkte höher). Unterm Strich wird damit der leicht über 3% liegende globale Trend letztlich fast gehalten.

Grundlage ist allerdings die Annahme, dass sich die unmittelbaren Corona-Folgen auf die ersten beiden Quartale dieses Jahres konzentrieren. Zudem wird die Erholung schon im 2. Halbjahr greifbar. Das dürfte sich als zu optimistisch erweisen. Denn ein Impfstoff ist realistisch wohl erst Mitte 2021 zu erwarten. Bis dahin muss jedes Land seinen „goldenen Mittelweg“ suchen zwischen den direkten Kosten der Krankheit durch Behandlungen und Ausfälle von Arbeitsleistung einerseits und  den indirekten Kosten der Vermeidung von Krankheit durch Kontakt- und Verkehrsverbote andererseits. Sie bedingen ebenfalls einen Ausfall von Leistungen.

Krankheit verursacht Kosten . . .

Dieses Kostenverhältnis wird durch die politisch bestimmte Schärfe und Dauer der Beschränkungen gesteuert. Extreme Strategien („Eckenlösungen“ wie Herdenimmunität durch Nichtstun oder totaler „Lockdown“ über längere Zeit) erweisen sich erwartungsgemäß als ineffizient. Stattdessen ergibt sich in diesem Rahmen „eine leichte, schrittweise Lockerung der Beschränkungen als Lösung mit den niedrigsten wirtschaftlichen Kosten“, wie ein aktuelles Papier des Ifo-Instituts (zusammen mit dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung) herausarbeitet. Das „flatening of the curve“ führt demnach auch zum wirtschaftlichen Optimum. Auch von daher müsste wohl ein längerer Zeithorizont und ein anderes Profil für den Verlauf der Epidemie angesetzt werden als vom IWF zugrunde gelegt wird.

. . . ebenso der Lockdown

Ebenfalls zu hinterfragen ist die IWF-Schätzung für die Eurozone. Sie sieht die Schrumpfung im laufenden Jahr mit -7,5% erheblich tiefer als für die USA. Dort wird nur mit einem Minus von 5,9% gerechnet. Die Autoren stellen selbst heraus, dass die Einkommensverluste vor allem bei den persönlichen Dienstleistungen entstehen. Diese haben aber in den USA einen deutlich höheren BIP-Anteil als in der industrielastigen Eurozone. Insofern müsste auch der anfängliche Einbruch in den USA tiefer sein. Zumal das politische Management der Gesundheitsfragen in den USA gemessen an den Ifo-Ergebnissen wenig effizient erscheint. 

Fazit: Die IWF-Prognose ist aus unserer Sicht zu optimistisch. Mittelbar werden diese Faktoren auch auf die Euro/Dollar-Parität ausstrahlen. Direkt durch die wirtschaftlichen Ergebnisse („fundamentals“). Indirekt durch die Performance der politischen Akteure und das damit erworbene oder zerstörte Vertrauen der Marktteilnehmer Dies spricht aus unserer Sicht eher gegen den Dollar.

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