Palladium: Unternehmen fordert Zölle
Der Palladiumpreis ist heiß und die Kursschwankungen dürften künftig zunehmen. Denn wie bei anderen Metallen auch (z. B. Kupfer) wird Palladium zunehmend „politisch“.
In dieser Woche hat die angespannte Lage auf dem Weltmarkt für Platin und Paladium eine neue Eskalationsstufe erreicht. Auslöser: Der südafrikanisch-US-amerikanische Bergbaukonzern Sibanye-Stillwater hat die US-Regierung offiziell aufgefordert, Importzölle auf russisches Palladium zu erheben.
Unternehmen fordert Zölle auf russisches Palladium
Der Antrag des Unternehmens zielt darauf ab, „dumpingverdächtige“ Lieferungen aus Russland zu unterbinden und damit die Wettbewerbsfähigkeit der US-amerikanischen Produktion von Platingruppenmetallen langfristig zu sichern. „Russisches Palladium wird seit dem Ukraine-Krieg systematisch unter Wert verkauft“, klagt Neal Froneman, CEO von Sibanye-Stillwater. Mit einer Entscheidung über diesen Antrag wird innerhalb der nächsten 13 Monate gerechnet. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund eines insgesamt angespannten Angebotsmarkts, der bereits durch eine schwache Produktion in Südafrika gekennzeichnet ist.
Der Antrag des Minenkonzerns sorgt für zusätzliche Unsicherheit auf dem Markt für Platingruppenmetalle (PGMs). Es kam bereits in diesem Jahr zu einem deutlich Preisanstieg, ausgelöst durch eine geringe Produktion in Südafrika im ersten Halbjahr sowie einer geringen Liquidität am Spotmarkt. Die Palladiumnotierungen zogen von Mitte April bis Ende Juli um rund 57% auf rund 1.375 US-Dollar je Feinunze an. Mit aktuell ca. 1.170 US-Dollar je Feinunze hat das Edelmetall inzwischen rund 15% vom Hoch korrigiert. Aus technsicher Sicht ist der Aufwärtstrend weiterhin intakt.
Fazit: Der aktuelle Rücksetzer bietet mittel- und langfrisitig orientierten Anlegern eine gute Gelegenheit, sich innerhalb des Aufwärtstrends bei Palladium zu positionieren. Einfach, schnell und kostengünstig geht dies mit einem ungehebelten Palladium-ETC (Beispiel ISIN: IE 00B 455 6L0 6).