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Unternehmen | Handwerk

CDU will Meisterpflicht zurück

Die CDU will die Novellierung der Handwerksordnung zurückdrehen. Die EU steht Berufsregulierungen wie dem Meisterbrief äußerst skeptisch gegenüber.
Die CDU will die Novellierung der Handwerksordnung zurückdrehen. Im „Masterplan Selbstständigkeit“ heißt es, dass der Meisterbrief Voraussetzung für das Führen eines Handwerksbetriebs notwendig sei. Die CDU kann sich darüber hinaus vorstellen, ihn wieder für alle Gewerke einzuführen. Der Grund für die Kehrtwende: 13 Jahre nach der Abschaffung der Meisterpflicht in 53 Gewerken des Handwerks ist die Bilanz klar negativ. Zwar stieg die Zahl der Betriebe, z. B. bei den Fliesenlegern, nach 2004 sprunghaft an. Sie wuchs von 12.400 auf 71.100 im Jahr 2015. Dabei handelt es sich aber überwiegend um Solo-Selbständige, oftmals ohne jeden Qualifikationsnachweis. Diese Unternehmen verschwanden darum auch schnell wieder von der Bildfläche. Innerhalb der ersten fünf Jahre nach ihrer Gründung geht die Hälfte dieser Unternehmen in die Insolvenz. Allerdings erhöhten sie massiv den Wettbewerb in der Branche, oft aber zu Lasten der Qualität der handwerklichen Leistung. Die EU steht Berufsregulierungen wie dem Meisterbrief äußerst skeptisch gegenüber. Sie sieht darin eine Wettbewerbsbeschränkung. Kann die CDU ihre Idee durchsetzen, könnte die Meisterpflicht wieder für Berufe wie Fliesenleger, Betonstein- und Terrazzohersteller, Mosaik-, Estrich- und Plattenleger, Uhrmacher, Feinoptiker, Gold- und Silberschmiede, Parkettleger usw. eingeführt werden. Insgesamt wurde die Meisterpflicht in 53 Berufen abgeschafft.

Fazit: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Handwerksordnung nach der Bundestagswahl wieder novelliert und die Meisterpflicht wieder eingeführt wird, ist hoch. Das wird den Wettbewerb im Handwerk zugunsten der Meisterbetriebe verschieben.

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