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Raketentests in Nordkorea

Das unbekannte Ziel der Kims

Pjönjang will die Wiedervereinigung mit Südkorea erzwingen. (c) abaca
Nordkoreas Raketentests werden stets so dargestellt, als wolle sich das Regime in Pjöngjang damit auf eine Augenhöhe zu den USA bringen. Tatsächlich verfolgt Diktator Kim eine andere Agenda.
Pjöngjang will die Wiedervereinigung mit Südkorea erzwingen. Nordkoreas Raketentests haben genau dieses eine politische Ziel vor Augen, das im Westen völlig verkannt wird. Dieses Vorhaben wird – so sagt uns einer der wenigen intimen Landeskenner – mit geradezu religiösem Eifer verfolgt und jedem Nordkoreaner von der Wiege bis zur Bahre eingehämmert. Die bisher nicht erfolgte Wiedervereinigung dient zugleich als Rechtfertigung für alle Leiden. Entbehrungen und Ressourcenmangel bzw. deren einseitige militärische Verwendung, werden von der Bevölkerung dafür (gerne) hingenommen. Als größtes Hindernis für den Vereinigungsprozess hat das Kim-Regime die USA erkannt. Sie sind die Schutzmacht des „verbrecherischen Seoul-Regimes“. Vor diesem Hintergrund machen der fortgesetzte Atom-Wahn, die Kontinental- Raketen und die ungeheuerlichen Drohungen gegen die USA einen Sinn. Es geht eben um viel mehr als nur um ein „Auf-Augenhöhe-Sprechen-Wollen“ und Respektiert-werden-wollen. Das Ziel Nordkoreas ist es, die USA mittelfristig aus Südkorea herausdrängen. Dann glaubt man Südkorea mit der eigenen, hochgerüsteten Militärmaschine zur Wiedervereinigung pressen zu können. Die USA, der „bellende Hund“ in der Sprache Pjöngjangs, wird jedenfalls mit Drohungen wenig bis nichts erreichen. Trumps Berater und die internationale Diplomatie werden handeln müssen. Sie werden versuchen (müssen), den US-Präsidenten von seinem Haudrauf-Kurs abzubringen. Nichtsdestotrotz bleibt es für Pjöngjang bei der Motivation, immer neue Raketentest durchzuführen und Drohungen gegen die USA auszustoßen. Eine Eskalation des verbalen Hochrüstens wäre desaströs. Nordkorea würde von der Landkarte verschwinden; der Kollateralschaden wäre erheblich; die Welt stünde unter Schock; die Reaktionen Russlands und Chinas sind kaum verhersagbar; die USA hätten ihre angekratzte Stellung als führende Weltmacht endgültig verspielt.

Fazit: Nordkorea träumt einen Wahn-Traum. Die Großmächte müssen gemeinsam versuchen, Kim und das Land zu wecken. Trumps Administration wird die Zusammenarbeit mit China und Russland suchen (müssen).

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