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Große Chancen für energieintensive Unternehmen

Ampel wird CO2-Abscheidung zulassen

Kohlenstoffdioxid-Tank © romaset / stock.adobe.com
Die Ampel-Koalition plant, die Abscheidung von CO2 in großem industriellen Maßstab zuzulassen. Möglich macht das ein Sinneswandel der Grünen, die das CCS-Verfahren bisher abgehlehnt haben. Von der geplanten Neuregelung werden energieintensive Industrien besonders profitieren.

Energieintensive Unternehmen können bald CO2 abscheiden und einlagern. Denn das CCS-Verfahren soll in Deutschland erlaubt werden. Geplant ist eine Gesetzesänderung, die Carbon Capture and Storage (CCS) auch in großtechnischem Umfang erlaubt (bisher nur Versuchsanlagen).

Bis Mitte des Jahres will die Regierung eine Carbon Management Strategie ausarbeiten. Bisher lehnten die Grünen, aber auch das Wirtschaftsministerium, das CCS-Verfahren ab. Grund für den Sinneswandel ist der Evaluierungsbericht zum  Kohlendioxid-Speicherungsgesetz (KspG). Darin kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass CCS dringend genutzt werden muss, wenn das Ziel der Klimaneutralität erreicht werden soll. Außerdem wird die Technik als sicher eingestuft.  

Stahl- Zement- und Chemieproduktion können ihre Emissionen einlagern

Die Nutzung des Verfahrens wird vielen energieintensiven Unternehmen helfen. Industrien wie die Stahlherstellung, die Kalk- und Zementproduktion oder auch große Chemieanlagen (z.B. Steamcracker) können bisher nicht CO2-frei arbeiten. Sie werden künftig die Abscheidung des CO2 aus den Abgasen nutzen können. Auch die Landwirtschaft könnte das Verfahren einsetzen und durch die Abscheidung und Einlagerung von CO2 aus der Luft emissionsfrei werden. 

Deutschland verfügt über viele mögliche Lagerstädten. Dazu zählen erschöpfte Erdgas- oder Erdöllagerstätten oder tiefe Gesteinsschichten, die CO2 sehr gut speichern können (salinare Aquifere). Insgesamt könnten nach Schätzungen um die 12 Mrd. Tonnen CO2 eingelagert werden. Jährlich erzeugt Deutschland aber nur etwa 833 Mio. t Kohlendioxid.

CCS wird in den kommenden Jahren billiger

Noch ist das CCS-Verfahren teuer. Die Abscheidung aus Industrieabgasen kostet derzeit zwischen 40 und 110 Euro je Tonne. Die Kosten dafür könnten bis 2050 aber noch um 65% sinken. Die Preise sind z.B. wesentlich davon abhängig, wie weit das CO2 transportiert werden muss. Gelingt es bei der Abscheidung aus Industrieabgasen, regionale Einlagerungslösungen zu finden, ist CCS heute schon billiger als die CO2-Emissionszertifikate der EU. Die CO2-Abscheidung aus der Luft ist noch sehr kostenintensiv (650 bis 750 Euro je Tonne). In zwanzig Jahren könnten es aber nur noch 100 Euro/t sein. Dann wäre das Verfahren auch dafür nutzbar. 
Fazit: CCS wird ab 2024 in Deutschland in industriellem Maßstab möglich sein. Für energieintensive Industrien dürfte das Verfahren eine billigere Alternative zum Kauf von CO2-Verschmutzugnsrechten sein.
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