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Politik | Personal

Arbeit für Paare

Frauen sollen mehr, Männer weniger arbeiten. Die Familienarbeitszeit ist der neueste Schlager der Sozialpolitik.
Richten Sie sich perspektivisch auf die Einführung einer Familienarbeitszeit ein. Vor einem Jahr wurde sie nicht im Koalitionsvertrag berücksichtigt, jetzt hat Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) sie als offizielle Forderung der SPD auf die politische Agenda gesetzt. Der Kerngedanke: (Ehe)männer sollen weniger arbeiten, (Ehe)frauen mehr. Für beide sollen 32 Stunden Arbeit in der Woche genügen. Das liegt nahe an der Wunscharbeitszeit der durchschnittlichen Bevölkerung. Hat das Paar dabei Verdienstausfälle gegenüber einer Vollzeitbeschäftigung, soll es einen Lohnzuschuss vom Steuerzahler geben. Das Familienministerium rechnet noch, was das kostet. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) kam vor einem Jahr auf lediglich 140 Mio. Euro pro Jahr. Allerdings wurde dazu ausdrücklich betont, dass dies nur für den Start der neuen Sozialleistung gelte. Die SPD reagiert mit der Familienarbeitszeit auf die „Glücksoffensive“ der Kanzlerin. Angela Merkel (CDU) hat im Kanzleramt drei neue Stellen geschaffen, die ihre Politik in Richtung einer Stärkung des Wohlbefindens optimieren sollen. Zudem plant sie Bürgerdiskussionen über „mehr Zufriedenheit“. Dazu gehört vor allem Zeit für Familie, Freizeit und Freunde. Im Gegenzug entdeckt SPD-Parteivorsitzender Sigmar Gabriel nun die „gehetzte Generation“. Die 30- bis 50-Jährigen wählten zuletzt überdurchschnittlich oft andere Parteien. Das soll sich ändern. Für Unternehmen ist die Entwicklung zwiespältig. Die Familienarbeitszeit verspricht einerseits die Arbeitsmarktreserven vor allem bei den Frauen zu mobilisieren. Das könnte dem Fachkräftemangel begegnen. Andererseits müssen Sie im Betrieb noch flexibler auf die verkürzten Arbeitszeiten Ihrer Leistungsträger reagieren. Das könnte auch eine Leistungsverdichtung bedeuten – und damit dem Ziel größerer Lebensqualität schaden.

Fazit: Nach der Debatte um die Rente mit 63, das Betreuungsgeld und die Flexirente kommt jetzt der Streit um die verkürzte wöchentliche Arbeitszeit. Vor 2018 dürfte allerdings mit keiner gesetzlichen Regelung zu rechnen sein.

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