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US-Amerikaner bauen Dominanz auf dem Cloud-Markt aus

Bundesbank will digital unabhängig werden

Die US-amerikanischen Unternehmen dominieren den Cloud-Markt. Das macht die europäische Wirtschaft erpressbar. Die Bundesbank reagiert darauf mit einer neuen Strategie und will digital unabhängiger werden.

Die Bundesbank forciert ihre Anstrengungen, eine eigene Cloud-Lösung zu entwickeln. Die Frankfurter wollen eine EU-eigene, souveräne Public Cloud für ihre Anwendungen und Daten etablieren. “In Europa importieren wir über 80% der digitalen Infrastruktur und Technologien von nicht-europäischen Anbietern. Das ist ein geopolitisches Risiko und kann die Handlungsfähigkeit einschränken“, sagt Bundesbankvorstand Fritzi Köhler-Geib. Denn es wird nicht mehr ausgeschlossen, dass US-Präsident Donald Trump auch mit der Blockade von High-Tech-Produkten drohen könnte, um US-Interessen durchzusetzen. 

Die Bundesbanker setzen gezielt auf souveräne, europäische Angebote sowie Open-Source-Lösungen. „Damit stellen wir sicher, dass wir im Bedarfsfall schnell und reibungslos zwischen verschiedenen Anbietern oder Cloud-Umgebungen wechseln können. So vermeiden wir einseitige Abhängigkeiten“, sagt Köhler-Geib.

Europäer spielen im Cloud-Markt kaum eine Rolle

Wie dominant die Vormachtstellung von US-Unternehmen ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen. 2025 dominierten Amazon Web Services (AWS) mit einem Marktanteil von 30% und Microsoft Azure mit einem Marktanteil von 17% das Cloud-Geschäft. Danach folgen Salesforce (12%), Adobe (10%) und Oracle (6%). Die Europäer kommen insgesamt nur auf einen Anteil von 15%, wobei das deutsche Dax-Schwergewicht SAP sich mit 6% auf dem gleichen Niveau wie Oracle bewegt. 

Die USA haben ihre Machtposition sogar noch ausgebaut. Nach Angaben des Branchenverbandes bitkom nutzen 9 von 10 Unternehmen Cloud-Anwendungen. Vor einem Jahr betrug der Anteil noch 81%. In der deutschen Wirtschaft werden rund die Hälfte aller IT-Anwendungen aus der Cloud betrieben, 2024 waren es noch 38%. Fast zwei Drittel der deutschen Unternehmen geben laut bitcom an, ohne Cloud-Lösungen nicht mehr arbeitsfähig zu sein. 

Viele Unternehmen fühlen sich Anbietern ausgeliefert

Die Abhängigkeit von den US-Anbietern ist groß. Das Vertrauen in IT-Sicherheit, Datenschutz und Compliance, sowie Leistungsfähigkeit und Stabilität sowie die Möglichkeit zur Datenverschlüsselung werden von Unternehmen als zwingendes Kriterium bei der Auswahl am häufigsten genannt. Dabei fühlt sich die Hälfte der Cloud-Nutzer den Anbietern ausgeliefert, etwa was Preise oder Vertragsgestaltung angeht. 

Diese Abhängigkeit kann nur mit mehr Wettbewerb und einem verstärkten europäischen Angebot aufgebrochen werden. Die Bundesbank versteht sich hier offensichtlich als Vorreiter, wenn sie deutsche und europäische Anbieter mit ihrer neuen Cloud-Strategie stärkt.

Fazit: Durch ihre neue Cloud-Strategie wird die Bundesbank unabhängiger von den US-Anbietern und stärkt gleichzeitig europäische Anbieter. Die Bank wird so zu einem wichtigen Katalysator, damit die deutsche IT-Branche aufholt und Europa weniger erpressbar ist.
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