Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
887
Linker Grünen-Flügel sieht schwarz

Das letzte Gefecht

Der linke Flügel der Grünen will wieder einen Steuerwahlkampf. Die Neuauflage der Vermögensteuer soll dabei auch personell für die Linken etwas bringen.
Die Linken bei den Grünen wollen eine Koalition mit der Union im Bund unbedingt verhindern. Als Mittel zum Zweck dient die Forderung nach Wiedereinführung der Vermögensteuer. Die Mitvorsitzende Simone Peter will sie im Wahlprogramm verankert wissen. Das – so die stille Hoffnung – werde CDU/CSU, die keine Steuererhöhungen wollen, abschrecken. Gleichzeitig hofft der linke Parteiflügel auf eine andere Stimmung als 2013. Was damals Stimmen kostete, könnte diesmal einige Prozentpunkte bringen. Denn die „ungerechte Vermögensverteilung“ gilt mittlerweile bis weit in die bürgerliche Mitte als (gefühlte) Tatsache. Die Vermögensteuer wird als Beitrag zur Stärkung der vermeintlich schrumpfenden Mitte der Gesellschaft verkauft. Das Thema soziale Gerechtigkeit überlassen die Grünen damit nicht allein den Linken und der SPD. Gleichzeitig wäre dies ein Ansatz für die im linken Flügel erhoffte rot-rot-grüne Bundesregierung. Der Realo Robert Habeck hat die Brisanz des Vorstoßes bereits erkannt. Mit ihm wäre die Vermögensteuer zu machen, ließ er schlau verlauten. Er geriert sich damit als Brückenbauer zwischen den Parteiflügeln. Das verbessert seine Aussichten, statt Cem Özdemir oder Anton Hofreiter der männliche Spitzenkandidat (neben Katrin Göring-Eckardt) zu werden. Eine Anhebung des Spitzensteuersatzes dagegen stößt bei Habeck auf Ablehnung. Die Union kann wiederum auf die Verhandlungsbereitschaft Habecks setzen. Er wird Schwarz-Grün nicht an der Vermögensteuer scheitern lassen. Aber er hat mit ihr ein Verhandlungspfund in der Hand, dessen Aufgabe er sich hoch bezahlen lassen könnte – um damit die linken Grünen zu besänftigen.

Fazit: Die Vermögensteuer wird ein Wahlkampfthema sein. Der linke Flügel bei den Grünen führt damit sein vorerst letztes Gefecht gegen eine Koalition mit der nach links gerückten Merkel-Union.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Salzburger Sparkasse Bank AG, Vermögensmanagement TOPS 2019: Qualifikation

Zu wenig geboten

Die Ampel der Salzburger Sparkasse steht auf Rot.
„Das modernste Banking Österreichs: Girokonto und Digitales Banking, Sparen und Kredit, Anlegen und Vorsorgen – hier finden Sie alles für Ihr Geldleben." Die Salzburger Sparkasse geht in die Vollen, wenn es um ein Lob für das eigene Leistungsangebot geht. Das Geldinstitut hat als Kunden auch den wohlhabenderen Bürger im Auge, leistet sich für das Private Banking eine eigene Website. Wir testeten, ob dieser Anspruch eingelöst werden kann.
  • Fuchs plus
  • HypoVereinsbank, Vermögensmanagement TOPS 2019: Qualifikation

Mehr Großbank als Privatbank

Die Ampel der HypoVereinsbank steht auf Rot.
Die HypoVereinsbank gibt sich auf ihrer Internetseite sehr technisch, was das Private Banking angeht. Sie verspricht ihren Kunden, gut aufgestellte Portfolios zu entwerfen. Diese stellen „eine ausbalancierte Einheit von Anlageklassen weltweit" dar, „passend zur Risikotoleranz" des Kunden. Das aber muss dann auch gelingen.
  • Fuchs plus
  • Frankfurter Bankgesellschaft (Schweiz), Vermögensmanagement TOPS 2019: Qualifikation

Beratung nach einem Drehbuch Franz Kafkas

Die Ampel der Frankfurter Bankgesellschaft (Schweiz) steht auf Rot.
„Eine Spur persönlicher" will die Frankfurter Bankgesellschaft (Schweiz) sein. Das gelingt im Beratungsgespräch nicht. Statt Beratung gibt es Fragen über Fragen an den Kunden, aber keinen Dialog. Trotzdem reicht die Zeit reicht nicht, alle für den Anlagevorschlag wichtigen Fragen unterzubringen. Insgesamt eine eher kafkaeske Erfahrung.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Es fehlt vor allem an Vertrauen

Das deutsche EZB-Dilemma

AUf die Ansagen aus der EZB müssen nun auch Taten folgen.
Kann die EZB machen, was sie will? Es scheint so. Der EuGH will ihr jedenfalls keine Grenzen setzen. Das stärkt die Institution EZB. Ihre Schwäche liegt woanders.
  • Fuchs plus
  • Öl (WTI) hat den Höhenflug gestoppt

Gegenwind aus den USA für den Ölpreis

Öl WTI hat einen Widerstand erreicht. Copyright: Picture Alliance
Seit Anfang Oktober ist Öl (US-Sorte West Texas Intermediate – WTI) wieder deutlich zurückgekommen. Vor allem die USA fördern wieder deutlich mehr vom Schwarzen Gold. Ist der Preisauftreibe damit beendet?
Zum Seitenanfang