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Deutsche Bahn verlagert Verkehr von der Schiene auf die Straße

DB Cargo fährt aufs Abstellgleis

Die Deutsche Bahn wird in den nächsten Monaten und Jahren für eine starke Verlagerung des Güterverkehrs von der Schiene auf die Straße sorgen. Denn DB Cargo wird das Angebot erheblich einschränken und die Preise stark erhöhen. Grund dafür ist eine Entscheidung in Brüssel. Die erzwingt die Korrektur einer falschen ökologisch motivierten politischen Weichenstellung.
Unternehmer, die auf die Bahn als Logistik-Partner setzen, werden in den kommenden Jahren einen schwierigen Partner haben. Denn im Konzern hat es einen grundlegenden Richtungswechsel gegeben, der vor allem die Cargo-Sparte betrifft. Das hören wir von Personen, die als Distributoren für die Sparte arbeiten. 

DB Cargo wird heruntergefahren

Die Bahn wird in den nächsten Jahren bestrebt sein, das Cargo-Geschäft deutlich zu reduzieren. Das hören wir aus dem Konzern. Hintergrund: Die EU hat in einem Beihilfe-Verfahren entschieden, dass die Bahn-Mutter die Verluste der Cargo-Tochter nicht mehr ausgleichen darf. Dieser Verlustausgleich innerhalb des Bahnkonzerns verstößt laut Brüssel gegen das Wettbewerbsrecht. Die Bahn-Sparte muss nun zügig ihre hohen Verluste reduzieren.

DB-Cargo hat bereits damit begonnen, die Preise drastisch anzuheben, zum Teil um mehr als 150%. "Das wird noch lange nicht das Ende sein", hören wir von Cargo-Vertrieblern. Im nächsten Jahr wird es um weitere 200% bis zum Teil 300% nach oben gehen. Im Grunde geht es darum, möglichst viele Kunden aus dem Cargo-Geschäft "zu vergraulen". Denn die Bahn kann die Sparte bis 2026 nicht profitabel machen. Die Kosten für das rollende Gut sind zu hoch, die Erlöse aber viel zu gering und die Konkurrenz mit dem Personenverkehr ist hinderlich. 

Ökologische Zielstellungen haben den Cargo-Markt kaputt gemacht

Das Debakel in der Cargo-Sparte ist auch wesentlich eine Folge politischer  Vorgaben. Seit Jahren gab es die vor allem ökologische Motivation, möglichst viel Verkehr "von der Straße auf die Schiene" zu bekommen. Darum hat die Bahn die Cargo-Preise zum Teil massiv gesenkt und "Powerselling tief im roten Bereich" betrieben. "Es ging nur darum, Masse zu machen und die Auslastung hoch zu treiben, auch wenn wir tief in die Miesen gefahren sind", so ein Mitarbeiter. 
 
Jetzt schlägt das Pendel - angestoßen aus Brüssel - heftig zurück. Eine interne Analyse sagt: Die Cargo-Sparte hat keine Chance, zeitnah Gewinn zu erwirtschaften. Darum müssen die Preise steil nach oben, die Kosten massiv nach unten. "Neue Kunden sollen nicht mehr akquiriert werden. Es geht darum, Abwehr-Angebote zu schreiben", so ein Insider. Je weniger Cargo fährt, desto geringer wird der Verlust, so die einfache Rechnung.
Fazit: Die Bahn wird ihr Cargo-Angebot in den nächsten Monaten substanziell einschränken und zugleich die Preise weiter stark erhöhen. Denn die Transport-Preise waren über viele Jahre wegen politisch-ökologischer Motive nicht marktkonform. DB Cargo liefert ein weiteres Beispiel dafür, wie staatliche Vorgaben einen Markt kaputt machen können. Künftig wird sich viel Verkehr von der Schiene auf die Straße verlagern.
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