Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
2828
Hannover Messe eröffnet, klare Worte von den Verbänden

Deutschland scheitert an den Rahmenbedingungen

Die drei großen Wirtschaftsverbände ZVEI, VDMA und BDI nutzten die Eröffnung der Hannover Messe zu einer Generalkritik an der Regierung aus CDU und SPD. Ihr ungeschminkter Befund müsste ein Weckruf für Kanzler Friedrich Merz sein.
Deutschland verliert seine industrielle Wettbewerbsfähigkeit aufgrund politisch-regulatorischer Rahmenbedingungen, nicht wegen fehlender Technologie. Das ist die Botschaft der drei großen Industrieverbände ZWEI; VDMA und BDI zur Eröffnung der Hannover-Messe in Richtung der Regierung von Friedrich Merz. Das berichtet unser Redakteur von der Messe.

Wettbewerbsfähigkeit braucht Innovation und neue Technologien

ZVEI-Präsident Gunther Kegel erinnerte daran, dass Regulierung dem Schutz der Verbraucher dienen müsse, technologischen Fortschritt aber nicht verhindern dürfe. Für die Stärkung des Standorts seien Technologien dringend erforderlich. Der überbordenden Bürokratie und Regulierung in der EU und Deutschland erteilte Kegel eine klare Absage. „Wir regulieren uns aus der Wettbewerbsfähigkeit heraus“, warnte Kegel. Als besonders schlechtes Beispiel nannte der ZVEI-Präsident das Lieferkettengesetz. Deutschland versuche immer noch die ohnehin schon strengen EU-Regelungen bei der nationalen Umsetzung weiter zu verschärfen.

Bürokratieabbau als einfachster Konjunkturantrieb

Der Bürokratieabbau sei ein wichtiger Hebel, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu steigern. „Das ist das einfachste Konjunkturmittel und kostet kein Geld“, sagte Kegel.

Die drei Industrieverbände ZVEI, VDMA und BDI forderten unisono Bürokratie abzubauen, Lohnnebenkosten und Steuern zu senken. Seit Jahren komme die Politik in diesen Feldern nicht voran. „Die Grenzen der Leidensfähigkeit sind aus unserer Sicht erreicht“, sagte VDMA-Präsident Betram Kawlath.

Senkung der Lohnnebenkosten auf 25% gefordert

Die Höhe der Lohnnebenkosten müssten auf international wettbewerbsfähige 25% zurückgeführt werden. Derzeit liegt die Belastung deutscher Unternehmen bei über 40%. „Es ist ausgesprochen frustrierend, dass wir das Thema jedes Jahr wieder ansprechen müssen“, sagte Kawlath mit Blick auf den Reformstau.

Während die Produktion in Deutschland seit Jahren sinkt, steigt sie international an. Deutschland falle nicht nur gegenüber China zurück, sondern auch gegenüber anderen Ländern aus der Eurozone. Laut Kawlath lägen chinesische Mitbewerber bei den Preisen 30% bis 50% unter denen der Europäer. Dazu hätten Subventionen und eine künstliche Verbilligung des Yuan beigetragen. Allerdings hätten die Chinesen auch technisch deutlich aufgeholt.

Aufschwung erst 2027?

Der Iran-Krieg beeinträchtig die eigentlich erwartete Erholung. „Wir rechnen für 2026 mit einer Stagnation. Damit bewegen wir uns seitwärts und nicht aufwärts“, sagte BDI-Präsident Peter Leibinger. Ein Aufschwung werde vermutlich erst 2027 eintreten.
Fazit: Ohne Innovationen und Technologieführerschaft keine Wettbewerbsfähigkeit. Deutschlands Industrie wartet weiter auf dringende Reformen bei Bürokratie, Lohnnebenkosten und Steuern.
Neueste Artikel
  • Wochenbericht zu Projekt IX in KW 20: Stabilität und Wettbewerb auf Augenhöhe

Weberbank, DRH und Kaiser Partner dominieren – vier Verwalter schlagen Benchmark

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Das Performance-Projekt 9 (Stiftungsportfolio) präsentiert sich als stabiler Wettbewerb auf hohem Niveau: Vier Vermögensverwalter übertreffen das Benchmarkdepot bei der Vermögensentwicklung. Angeführt von der Weberbank mit über 55.000 Euro Zugewinn zeigt sich eine klare Spitzengruppe. Das Benchmarkdepot selbst überzeugt mit starkem Plus und niedrigem Drawdown, bleibt aber hinter den Besten zurück. Gleichzeitig bestätigt das Fehlen von Handelsaktivitäten die Qualität langfristiger Allokationen.
  • Wochenbericht zu Projekt VIII in KW 20: Performance, Gewinner und Verlierer

Weberbank einzige Gewinnerin

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Das Performance-Projekt 8 (vermögensverwaltende Fonds) zeigt ein klares Bild: Während das Benchmarkdepot mit +12.872 Euro und null Prozent Drawdown überzeugt, gelingt es nur einem einzigen Vermögensverwalter, diese Performance zu übertreffen. Die Weberbank setzt sich mit +13.559 Euro an die Spitze, während 98 von 99 Teilnehmern zurückfallen. Gleichzeitig verliert das Gesamtfeld im Schnitt an Vermögen – ein starkes Signal für die Dominanz des Benchmarkdepots in einem schwachen Marktumfeld.
  • Wochenbericht zu Projekt VII: Bewegung, Mut und Momentum im Private Banking

DRH Vermögensverwaltung und Bankhaus Bauer führen das Feld in KW 20 an

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Das Performance-Projekt 7 (Private Banking Depot) zeigt ein ungewohnt starkes Marktbild: Gleich 19 Vermögensverwalter übertreffen das Benchmarkdepot in der Wochenentwicklung. Angeführt von DRH Vermögensverwaltung und dem Bankhaus Bauer entstehen teils massive Zugewinne, während das Benchmark mit stabilen +8.384 Euro zurückfällt. Gleichzeitig bleibt die Handelsaktivität extrem gering. Für Anleger offenbart sich ein spannendes Paradox zwischen breiter Outperformance und passivem Verhalten.
Zum Seitenanfang