Erlösung von AKK erhofft
Mit Spannung wartet man in der CDU (und auch CSU) auf den CDU-Parteitag in Leipzig Ende nächster Woche (22.-23.11.). Zwar rechnet niemand mit einem Putsch. Aber mit deutlichen Worten an die angeschlagene Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer. Die werden vor allem von ihrem ärgster Widersacher Friedrich Merz erwartet. Er wird sich programmatisch eindeutig positionieren und als inhaltliche Alternative zu AKK/Merkel anbieten. Doch das Amt einfordern wird er nicht.
Zwar gibt sich AKK kämpferisch. Aber in ihrem Umfeld ist immer wieder von (Amts-)Müdigkeit die Rede. Es sei ein Fehler gewesen, dass sie sich hat breitschlagen lassen, auch noch Verteidigungsministerin zu werden, heißt es. AKK wirkt auf ihre Umgebung bedrückt. Sie hat bereits mehrere Vortragstermine absagen lassen. Letzten Donnerstag musste der Verband Öffentlicher Banken (VÖB) kurzfristig die Landwirtschaftsministerin und stellvertretende Parteivorsitzende Julia Klöckner bitten, für AKK als Rednerin auf dem Jahresempfang einzuspringen.
AKK kommt mit Berliner Klima nicht klar
Die Saarländerin hat erkennbar Probleme mit dem ruppigen Berliner Klima. So wie einst der Pfälzer Kurt Beck (SPD). Ihre Umfragewerte rutschen immer weiter ab. Dass sie bis 2021 noch das Format zur Kanzlerkandidatin gewinnt, traut ihr auch in der CDU kaum mehr jemand zu. Zudem überzeugt sie nicht vor der Kamera. In einem zunehmend personalisierten Geschäft wie der Politik, hat das wachsende Bedeutung. Zwar lässt sich das trainieren. Aber Ausstrahlung zu gewinnen, ist ein langer Weg. Von ihren inhaltlichen Interviewpatzern einmal abgesehen. Das mahnende Beispiel von Martin Schulz steht im Raum. Auch Schulz war als sozialdemokratischer Tiger gestartet und ist sehr hart als Bettvorleger gelandet.
Fazit
Für einen Umsturz sind beide Politiker – AKK wie Merz – zu verantwortungsbewusst. Es käme auch in der CDU nicht an. Keiner von beiden würde die CDU durch eine unabgesprochene Aktion ins Chaos stürzen. AKK muss schon selbst ihren Hut nehmen.