Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
3135
Industriegipfel gegen Mittelstandsgipfel

Gipfel-Schauspiel in der Koalition

Die flackernde Ampel-Koalition leistet sich ein mieses Standortrettungs-Schauspiel. Sowohl Kanzler Olaf Scholz (SPD) als auch Finanzminister Christian Lindner (FDP) haben zu Wirtschafts-Gipfeln geladen. Nicht dabei ist Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Nun plant Scholz ein weitere Treffen - wieder ohne Lindner und Habeck. Dabei brauchen die Unternehmen mehr als Wahlkampf-Symbolpolitik.

Das Standortrettungs-Schauspiel von Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) geht in die nächste Runde. Nach dem ersten, von Kanzler Scholz überraschend einberufenen Industrie-Gipfel (Dienstag, 29.10.) ist nun ein zweiter solcher Gipfel angesetzt. 

Zweiter Industriegipfel erneut Scholz-Solo

Der zweite Industrie-Gipfel von Scholz soll am 15. November stattfinden. Doch auch zu dem sind weder Finanzminister Christian Lindner (FDP), der am Dienstag eine Konkurrenz-Veranstaltung mit dem Fokus auf den Mittelstand veranstaltet hatte, noch Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) eingeladen. 

Es bleibt also dabei: Zwei Bühnen, zwei Akteure, zwei Vorgehensweisen, viel Gerede, wenig konkrete Ergebnisse. Nach dem Industrie-Gipfel von Scholz macht vor allem der Arbeitgeberverband seinem Frust Luft. Es reiche nicht, wenn nur die Industrie in der Wirtschaftspolitik berücksichtigt wird. Vor allem aber ist Einigkeit innerhalb der Koalition nötig. Die Risse in der Ampel-Koalition sind unübersehbar. Jede Partei fährt inzwischen einen eigenen Kurs.

Feuer unter dem Dach bei den Energiepreisen

Die Problemliste der Unternehmen — ob große Industrie oder Mittelstand und Zulieferer — ist ellenlang. Es drücken der Fachkräftemangel, Bürokratie und schlechte Infrastruktur. Es ist aber vor allem "Feuer unterm Dach" bei den Energiepreisen. Die absehbar saftigen Erhöhungen der Netzentgelte (z.B. für das Gasnetz) sind nur der jüngste Stein des Anstoßes dieser Debatte. Eine Entlastung für Unternehmen war zwar bei Scholz im Gespräch, beschlossen wurde aber bisher nichts. 

FUCHSBRIEFE haben explizit zu den Energiepreisen mit einem global agierenden Mittelständler aus der Grundstoffindustrie gesprochen. Allein die Gasnetzkosten steigen für das Unternehmen im nächsten Jahr um fast 25%. Das bedeutet Mehrkosten im sechsstelligen Bereich pro Jahr. Diese Kosten muss der seit über 160 Jahren aktive Familienbetrieb (700 Mitarbeiter, darunter 40 Azubis) kompensieren. Ein Ausflaggen ist für das Unternehmen nicht einfach möglich. Einerseits ist die Firma fest in der Region verankert, andererseits muss es bei seinen Rohstoff-Quellen bleiben.

Fazit: Die Ampel-Koalition hat offenbar endlich erkannt, dass der Standort D substanziell in Gefahr ist. Die Gipfel mit den Unternehmen sind darum ein Hoffnungsschimmer. Ein Erfolg können sie aber nur werden, wenn die Regierung handwerklich gute Arbeit abliefert und gemeinsam agiert.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Die Anlageidee der CONCEPT Vermögensmanagement GmbH & Co. KG

CONCEPT im Härtetest: Hervorragende Kundenreise, ausbaufähiger Anlagevorschlag

Illustriert mit MS Copilot
Eine Erbschaft verändert das Leben eines vermögenden Akademikers. Statt eines Produktverkäufers sucht er einen fachlichen Sparringspartner, der Kapitalmärkte versteht, Risiken einordnet und Vermögen langfristig strukturiert. Bei CONCEPT Vermögensmanagement erlebt er im TOPS-Test 2027 eines der stärksten Beratungsgespräche des Wettbewerbs. Die Customer Journey überzeugt auf ganzer Linie. Doch ausgerechnet der Anlagevorschlag kann die hohen Erwartungen am Ende nicht vollständig erfüllen.
  • Fuchs plus
  • Onlinehandel

Mailadresse muss funktionieren

Onlinehändler müssen eine E-Mail-Adresse angeben, über eine Kommunikation möglich ist. Das hat das Kammergericht Berlin entschieden.
  • Konjunktur

Wachstum trotz Krisen

Die deutsche Wirtschaft wird laut Prognosen wieder wachsen. Das gibt Hoffnung. Auch für die gebeutelte Autoindustrie nach den Gesprächen des EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič in Peking.
Zum Seitenanfang