Kein Anschluss an dieser Säule
Die Elektrifizierung des Lkw-Fernverkehrs wird lange dauern. Denn das Bundesverkehrsministerium wird in seiner Ausschreibung für Lkw-Ladestationen nicht für alle geplanten Standorte Interessenten finden, die ein Angebot machen. In nächster Zeit will das Verkehrsministerium insgesamt 350 Ladepunkte entlang von Autobahnen ausschreiben. Die erste Ausschreibung wurde bereits gestartet. Der Zuschlag für die ersten 130 Stationen soll im spätestens im Herbst 2025 erfolgen, die Stationen dann bis 2030 aufgebaut werden.
Keine Garantie für einen Anschluss
Das Problem der Ausschreibung ist, dass das Ministerium den Anschluss der Stationen ans Stromnetz nicht sicherstellen kann. Lkw-Ladestationen benötigen wesentlich mehr Leistung als jene für E-Autos. Selbst die Hochleistungs-Ladesäulen für Pkw (150 bis 350 kW) reichen für Lkw nicht aus. Daher soll in Zukunft das MCS (Megawatt Charging System) bis zu 3.750 kW Ladeleistung für Lkw bieten. Folge: Lkw-Schnell-Ladesäulen benötigen einen Anschluss an das Mittelspannungsnetz. Die Netzanschlüsse werden „parallel zum Ausschreibungsverfahren beauftragt und hergestellt", so das Ministerium.
Schon heute kommen die Netzbetreiber mit dem Ausbau nicht hinterher. Darum dürften nur Gebote für Lkw-Ladesäulen gemacht werden, bei denen ein Netzanschluss garantiert werden kann. Darum wird nicht für alle ausgeschriebenen Stationen ein Gebot vorliegen. Denn die Ladestationen-Betreiber vermeiden Investitionsrisiken. EnBW, mit 5.000 Ladepunkten einer der größten Betreiber von Ladepunkten für E-Autos bestätigt das gegenüber FUCHSBRIEFE. Das Unternehmen kann "noch keine Angaben zur Zahl geplanter Lkw-Stationen machen." EnBW errichtet diese nur dort, wo der Netzbetreiber einen "Anschluss zur Fertigstellung der Station garantiert."