Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
1958
Umstrukturierung der Krankenhaus-Landschaft

Krankenhausreform konzentriert Spezialisierung

Die Krankenhausreform wird zu einer forcierten Spezialisierung der Krankenhäuser führen. Das wird die Grundversorgung kaum negativ betreffen, aber dazu führen, dass nicht mehr "jedes Haus alles anbietet", so Kliniken im Gespräch mit FUCHSBRIEFE. Wir erläutern, wie sich die Krankenhauslandschaft ändern wird.

Die Krankenhausreform (KHVVG) wird langfristig einen grundlegenden Strukturwandel in der medizinischen Versorgung zur Folge haben. Im Kern läuft das neue System darauf hinaus, Spezialisierung zu fördern und eine flächendeckende Grundversorgung anzubieten. 

Mehr Spezialisierung

Die neue Struktur sei sinnvoll. "Die Spezialisierung ist im Kern ein sinnvoller und auch wirtschaftlicher Ansatz", hören FUCHSBRIEFE aus einem großen Krankenhaus als Einschätzung dazu. Das bisherige System der Fallpauschalen hat dazu geführt, dass viele Kliniken viele Angebote gemacht haben. "Es muss und sollte aber nicht jedes Haus alles anbieten", so die Einschätzung unseres Gesprächspartners. Sinnvoller sei es, eine breite Grundversorgung zu bieten, die für jedermann schnell erreichbar ist. Über die Fokussierung sollten die Einrichtungen dann Schwerpunkte für Spezialbehandlungen anbieten. Für diese Bereiche können die Häuser dann echtes Spitzenpersonal und Geräte vorhalten, die auch ausgelastet werden. 

Die neue Vorhaltepauschale mache das Gesamtsystem effizienter. Die Kliniken sollen 60% ihrer Vergütung als Vorhaltepauschale, 40% für die konkrete Behandlung bekommen. Dieses System soll vor allem die laufend anfallenden Betriebskosten für die Bereitstellung von Personal und Technik abdecken. Für die Spezialisierung werden 65 Leistungsgruppen inklusive deren Qualitätsmerkmale vom Bund und den Ländern verwaltet und bis Ende 2026 den Krankenhäusern zugewiesen.

Öffnungsklauseln werden noch nachverhandelt

Drei Rechtsverordnungen sind bis zur Umsetzung noch ausstehend. Themen sind die Definition der Leistungsgruppen, Mindestvorhaltezahlen sowie der Transformationsfonds, welcher die nötigen finanziellen Mittel bereitstellen soll. Die Rechtsverordnung über den Transformationsfonds muss laut Bundesministerium für Gesundheit noch bis zum 31. März 2025 abgesegnet werden. Die beiden anderen Verordnungen haben noch etwas mehr Zeit. In den Ressortabstimmungen Anfang kommendes Jahr haben die Länder sowie Verbände ein Mitspracherecht. Das wird noch Kompromisse, z.B. Öffnungsklauseln, zur Folge haben, so eine Expertin im Gespräch mit FUCHSBRIEFE

Fazit: Die Krankenhausreform wird Impulse setzen, dass sich Kliniken stärker spezialisieren. Die Reform soll bis 2029 schrittweise umgesetzt werden. Sie ist eine Chance, den Kostenanstieg im Gesamtsystem zu bremsen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Andy Burnham löst Keir Starmer ab

„King of the North” neuer Premierminister

Andy Burnham ist neuer britischer Premierminister. Der frühere Bürgermeister Manchesters will die Regionen gegenüber London stärken und mehr Geld für Soziales ausgeben.
  • Fuchs plus
  • AliExpress: 550 Mio. Euro Bußgeld

EU knöpft sich chinesischen Online-Händler vor

Die EU-Kommission geht verstärkt gegen die Einfuhr von illegalen, unsicheren und gefälschten Billigprodukten aus China vor. Jetzt wurde eine Strafe gegen AliExpress ausgesprochen.
  • Fuchs plus
  • Druck durch Energiepolitik und Arbeitsmarkt

Tschechien: Standortvorteile schwinden

Für mittelständische Unternehmen stellt sich deshalb die Frage, ob das Land seine Attraktivität als Produktions- und Investitionsstandort langfristig behaupten kann. Das signalisiert, dass der frühere Wettbewerbsvorteil über niedrige Arbeitskosten weiter schwindet.
Zum Seitenanfang