Mittelständler diplomatisch zurückhaltend
Der deutsche Mittelstand steht der von Kanzler Friedrich Merz (CDU) angestoßenen Investorenkonferenz vorsichtig optimistisch gegenüber. Hintergrund: Merz will im Jahr 2026 eine Veranstaltung nach dem französischem Vorbild (Choose France) durchführen. Die soll dem Standortmarketing dienen und große Investoren ins Land holen.
Mittelstand sieht Chancen und Risiken
In Mittelstandsverbänden nehmen wir diplomatische Unterstützung wahr. Der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) begrüße alle Initiativen, die den Standort Deutschland international sichtbarer machen, heißt es gegenüber FUCHSBRIEFE. Der DMB mahnt aber auch: „Deutschland braucht Strukturreformen, keine Symbolpolitik." Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) erkennt das Potenzial, sorgt sich aber, dass das Event eine reine PR-Veranstaltung werden könnte.
Eine andere Sorge der Mittelständler ist, dass die Priorisierung ausländischer Großinvestoren zu Spannungen führen könnte. Darum fordern die Verbände, aktiv in die Konferenzgestaltung eingebunden zu werden. Deutschland sei mit vielen "Hidden Champions" ein attraktiver Markt. Für den Mittelstand ist aber entscheidend, dass Investoren mit Erfahrungen mit eigentümergeführten Unternehmen angeworben werden.
Fazit: Der deutsche Mittelstand erkennt die Chance, dass eine Investorenkonferenz den Standort generell stärker in den Fokus von Investoren rücken kann. Ob daraus zählbares Geschäft wird und ein stetiges Format, bleibt abzuwarten. Die Ampel-Regierung war wegen internem Streit an der Durchführung einer solchen Veranstaltung gescheitert.