Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
2896
Die Reformpläne der Rentenkommission sind umstritten

Neues Rentenkonzept: Folgen für Unternehmen

In den kommenden Wochen wird über die Empfehlungen der Rentenkommission hitzig debattiert. Ein zentraler Vorschlag ist die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters, während eine kapitalmarktgedeckte Zusatzrente für mehr finanzielle Stabilität sorgen soll. Was bedeuten die Vorschläge für Unternehmen?

In den nächsten Wochen wird heftig über die Empfehlungen der Rentenkommission gestritten werden. Morgen übergibt die Rentenkommission offiziell ihr Konzept der Bundesregierung. Noch vor der Sommerpause will sich die Koalition auf einen Fahrplan einigen. Bereits jetzt sind die Eckpunkte durchgesickert und sorgen für Kritik. 

Im Kern empfehlen die Experten einen späteren Ruhestand, keine Rente mit 63 mehr, den Einstieg in eine kapitalmarktgedeckte Zusatzrente, die das Rentenniveau sogar auf 50% steigen lassen soll, sowie die Wiedereinführung des Nachhaltigkeitsfaktors. Im Einzelnen die drei wichtigsten Änderungen:    

  • Ab 2032 soll das gesetzliche Renteneintrittsalter schrittweise angehoben werden. Ab 2041 soll es dann alle zehn Jahre um sechs Monate steigen. Das bedeutet, dass ab dem Jahr 2090 die Rente mit 70 Realität wird. Die Rente mit 63 ohne Abschläge soll abgeschafft werden, weil sie als zu teuer gilt. Allerdings schlagen die Experten Ausnahmeregeln für Beschäftigte vor, die besonders belastende Arbeitsbiografien oder gesundheitliche Einschränkungen haben. 

Mehr Rente durch Kapitaldeckung 

  • Zur staatlichen Rente empfiehlt die Kommission eine verpflichtende kapitalmarktgedeckte Zusatzrente für alle Beschäftigte nach dem Vorbild Schwedens. Paritätisch zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der der Endstufe zwei Prozent des Bruttolohns. Das Geld soll in einem staatlich gelenkten Fonds angelegt werden. Bis er Erträge abwirft, sollen staatliche Zuschüsse dafür sorgen, dass auch die Renten künftiger Generationen über dem heutigen Niveau liegen.  
  • Abgeordnete und Selbstständige ohne berufsständische Absicherung zahlen verpflichtend in die Rentenkasse ein. Perspektivisch soll das auf die Beamten ausgeweitet werden. Allerdings schlägt die Kommission vor, dass Bund und Länder schnellstmöglich weniger Personal verbeamten und dies auf hoheitliche Aufgaben begrenzen. Zudem sollen beitragsfreie Minijobs regulär wegfallen und ausschließlich für Schülerinnen und Schüler möglich sein.

Mittelstand warnt vor höheren Belastungen

Die ersten Reaktionen auf die Kommissionsvorschläge fallen unterschiedlich aus. Während DIW-Präsident Marcel Fratzscher bezweifelt, dass die Vorschläge der Kommission ausreichen, um die Rente langfristig zu stabilisieren, Altersarmut zu bekämpfen und die Jüngeren deutlich zu entlasten, bewerten Wirtschaftsverbände wie der VDMA die Vorschläge als vielversprechendes Paket.

Aus Sicht des industriellen Mittelstandes ist es laut dem VDMA entscheidend, dass die Rentenreform vor allem die Kosten dämpft. „Dass die Beiträge vorerst steigen sollen, ist für Betriebe und Beschäftigte eine zusätzliche Belastung, die zwingend durch Beitragssenkungen in den anderen Sozialversicherungen kompensiert werden muss“, sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann.

Fazit: Die Umsetzung der Rentenreform ist eine Chance für die Regierung, wieder mehr Rückhalt in der Bevölkerung zu finden. Für Unternehmer bedeutet das bisher geplante Rentenkonzept Chancen und Risiken. Der Einstieg in eine kapitalgedeckte Vorsorge ist richtig. Der Schritt dürfte aber - entgen den Hoffnungen der Unternehmer - höhere Beiträge (Arbeitskosten) nach sich ziehen.
Neueste Artikel
  • Gesamtschau und Wochenbericht in KW 29 für PP V, PP VII, PP VIII und PP IX

FUCHS-Performanceprojekte: Risikodisziplin bleibt der entscheidende Erfolgsfaktor

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Vier Projekte, hunderte Anlageentscheidungen und völlig unterschiedliche Strategien. Dennoch zeigt die aktuelle Auswertung der FUCHS-Performance-Projekte ein erstaunlich einheitliches Bild. Nicht die aggressivsten Portfolios stehen vorne, sondern die Manager mit der konsequentesten Risikokontrolle. Während einzelne Häuser spektakuläre Vermögensstände erreichen, überzeugen andere durch außergewöhnliche Stabilität. Lesen Sie hier.
  • Fuchs plus
  • Wochenbericht zu Projekt IX in KW 29: Vermögensverwalter im Belastungstest

BTV, Berliner Sparkasse, Deka und LLB vor der Benchmark

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Das Benchmarkdepot setzt auch in Projekt 9 (Stiftungsportfolio) hohe Maßstäbe. Dennoch gelingt vier Vermögensverwaltern der Sprung über die Referenzmarke. Während die Bank für Tirol und Vorarlberg das Feld beim Vermögensstand anführt, überzeugen Berliner Sparkasse, Deka Vermögensmanagement und die Liechtensteinische Landesbank mit konstant starken Ergebnissen. Die aktuellen Zahlen zeigen, wer Risiken kontrolliert und warum die Mehrheit der Teilnehmer hinter der Benchmark zurückbleibt.
  • Fuchs plus
  • Wochenbericht zu Projekt VIII: Sieben schlagen die Benchmark

Genève Invest, Hansen & Heinrich und FV Frankfurter Vermögen vorne

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Das Benchmarkdepot gilt in Projekt 8 als Messlatte für aktives Fondsmanagement. Dennoch haben sieben Vermögensverwalter den Referenzwert inzwischen übertroffen. Während Genève Invest den größten Vermögensvorsprung erzielt, überzeugt FRÜH & PARTNER mit einer außergewöhnlichen Kombination aus Rendite und Risikokontrolle. Viele bekannte Namen bleiben dagegen hinter dem Maßstab zurück. Die aktuellen Zahlen zeigen, wer echten Mehrwert schafft und wer Anlegern aktuell wenig Mehrertrag bietet.
Zum Seitenanfang