Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
2146
Rennen um CDU-Vorsitz wieder offen

Regentschaft der Verdrängungskünstler

Finanzspritzen wurden verteilt, die Rückführung der Mittel wird (noch) wenig thematisiert. Bildquelle: Pixabay
Vor der nächsten Bundestagswahl bekommen die Bürger noch kein Konzept für die Schuldenrückführung präsentiert. Die Regierungsparteien wissen, dass sie damit nur ihre Wahlaussichten 2021 gefährden. Besonders die Union hat daran derzeit überhaupt kein Interesse. Am liebsten möchte man aus den Schulden "herauswachsen".

Die Rechnung für die Corona-Rettung bekommen die Bundesbürger erst nach der nächsten Bundestagswahl Ende 2021 präsentiert. In Berlin regieren die Verdrängungskünstler. Bisher gibt es in der Hauptstadt noch kein durchdachtes Konzept, um die gewaltigen Corona-Schulden wieder zurückzuführen. Tatsächlich ist es nur ein kleiner Teil der Abgeordneten, der sich überhaupt dazu Gedanken macht. Andererseits will zumindest die Union die Schuldenbremse im nächsten Jahr wieder uneingeschränkt in Gang setzen.

Am liebsten möchte man „aus den Schulden herauswachsen“. Dass dazu ein mehr oder weniger unterbrechungsfreies kräftiges Wachstum mit sprudelnden Steuern wie im letzten Jahrzehnt nötig wäre, ist allen bewusst. An (neue) Steuern will aktuell jedenfalls niemand denken.

Selbstzufriedene Union

Die Unionsabgeordneten über sich derzeit in Selbstzufriedenheit. Die Umfragewerte sind gut. Und viele hoffen, daran werde sich bis zum Wahltermin im September 2021 möglichst nichts ändern – zumindest nicht nach unten.

Der Parteispitze ist dagegen klar: Der echte Stimmungstest kommt im Herbst und Winter. Dann muss sich zeigen, ob die getroffenen Konjunkturmaßnahmen greifen. Und man macht sich wenig Illusionen. Selbst eine Weltwirtschaftskrise wird im nächsten Jahr für möglich gehalten. Je nachdem, wie sich das Thema Corona fortsetzt. Dann stünde die Bundestagswahl unter völlig anderen Voraussetzungen als jetzt.

Parteitag im Dezember, Laschet unter Druck

Der weiter für Dezember geplante Parteitag wird ebenfalls verstärkt unter dem Eindruck der Wirksamkeit der Maßnahmen und der Konjunkturentwicklung stehen. Und das wird keinen geringen Einfluss auf die Wahl des neuen Vorsitzenden und damit Kanzlerkandidaten haben. Wie in diesem Briefen schon mehrfach geschrieben, könnte also noch einmal die Stunde des Finanzexperten Friedrich Merz kommen.

Der bisherige Favorit, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, gilt seit den neuen Corona-Fällen in Gütersloh als angeschlagen. Laschet hat sich gegen Bayerns Markus Söder als „Öffner“ positioniert. Laschet wollte den Lockdown schnell beenden. Nicht ausgeschlossen wird, dass sich sein Alter-Ego, Gesundheitsminister Jens Spahn, mit einer Kandidatur verselbständigt. Spahns Krisenmanagement wird bisher allenthalben anerkannt, die Corona-App gilt jetzt schon als Erfolg.

Fazit: Die Halbwertzeit der politischen Stimmungslage beträgt wenige Monate. Es ist die Ruhe vor dem voraussichtlichen Sturm. Es ist zu befürchten, dass ein Verschleierungswahlkampf bevorsteht.

Meist gelesene Artikel
  • Aufnahmeverfahren der "Klimaschutz-Unternehmen" startet in die nächste Runde

Ein attraktives Öko-Netzwerk

Networking ist wichtig, gerade im B2B-Geschäft. Für Unternehmen in den Bereichen Klima- und Umweltschutz gibt es dafür eine interessante Initiative mit hochkarätigen Schirmherren.
  • Fuchs plus
  • Industriemetall im Höhenflug

Bei Platin stockt das Angebot

Platin wird für seine katalytischen Eigenschaften geschätzt. Es beschleunigt chemische Reaktionen und hilft, die Ausbeute zu steigern, beispielsweise bei der Herstellung von Salpetersäure, einem wichtigen Ausgangsmaterial für die Herstellung von Düngemitteln. Kein Wunder, dass ein Angebotsrückgang Folgen hat. Industrie wie Anleger sollten das beachten.
  • Fuchs plus
  • Kosten für den Steuerzahler wie in der Subprime-Krise

US-Studentenkredite werden zum Milliardengrab

Ein (weitgehend) kostenfreies Studium – abgesehen von den Lebenshaltungskosten – wie in Deutschland gibt es nur in wenigen Ländern weltweit. In den USA ist das nicht der Fall. Dort müssen Studenten eine Anleihe auf ihren künftiges Beruf und Einkommen aufnehmen. Der Staat unterstützt zwar Studentenkredite mit einem Programm. Doch die Kosten dafür scheinen aus dem Ruder zu laufen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • China im Flow

Der Aufschwung geht ungebremst weiter

Die Zahlen aus China bleiben gut. Der Aufschwung geht weiter. Allerdings bleiben Transparenz und Zuverlässigkeit der lokalen Ratings und Einschätzungen dürftig. Daher gilt es, bei den Anlagen Vorsicht walten zu lassen.
  • Fuchs plus
  • Output verringert

Eisenerz: Förderung fällt, Preis steigt?

Am Rohstoffmarkt herrscht Sorge, dass Eisenerz knapp wird. Ohnehin verschlingt China enorme Mengen des Rohstoffs. Kein Wunder, dass der Preis kräftig anzog: Im Mittel des Jahres 2020 lag der Erzpreis bei rund 100 Dollar. Das ist der höchste Stand seit 2013. Wie geht es 2021 weiter?
  • Fuchs plus
  • EUR | USD | JPY

Veritable Dollar-Schwäche

Der Dollar erleidet einen Schwächeanfall. Copyright: Picture Alliance
Die US-Währung erleidet einen veritablen Schwächeanfall. Der Euro hat eine wichtige technische Hürde überwunden und wird kurzfristig weiter nach oben stürmen. Ein Durchmarsch wird das aber sicher nicht.
Zum Seitenanfang