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Ausschreibungsdesign verhindert schnellen Ausbau der Lkw-Ladesäulen

Regierung macht Ladenetzausbau unattraktiv

© Aral AG
Die Bundesregierung hat von der EU-Kommission grünes Licht erhalten, den Ausbau des E-Lkw-Ladenetzes mit bis zu 1,6 Mrd. Euro zu subventionieren. Schon mit einem recht kleinen Netz wäre der bundesweite Betrieb von E-Lkw im Fernverkehr möglich. Aber dazu wird es nicht kommen. Schuld ist der Bund selbst.

Trotz der Subventions-Erlaubnis aus Brüssel wird das Lkw-Ladenetz auf Autobahnen nicht zügig ausgebaut. Die EU hat der Bundesregierung zwar erlaubt, den Ausbau von Schnelladesäulen entlang von Autobahnen mit insgesamt 1,6 Mrd. Euro zu subventionieren. Dafür hat Brüssel dem Verkehrsministerium grünes Licht erteilt. 

Das Problem ist das Ausschreibungsverfahren. Die komplizierte Abrechnung verhagelt den potenziellen Anbietern das Interesse. Denn der Bund verlangt drei verschiedene Abrechnungsverfahren für den geladenen Strom - eine mehr als von der EU verlangt. Laut Afir-Verordnung der EU muss ein vertragsbasiertes Laden mit Hilfe eines E-Mobilitätsproviders (wie der DKV-Karte für das Tanken) und das ad-hoc-Laden nach den Bedingungen des Ladesäulenbetreibers möglich sein. 

Zusätzliche Anforderungen bremsen

Das Verkehrsministerium verlangt zusätzlich Stromlieferungen, die über einen Stromlieferanten des Ladesäulenkunden abgerechnet werden. Das umgeht den Ladesäulenbetreiber. Der Stromlieferant ist dann für die Lieferung, den Strompreis und die Abrechnung zuständig. Der Ladesäulenbetreiber bekommt vom Stromlieferanten ein Entgelt nur für die Ladedienstleistung. 

Diese Abrechnungsart macht die Investition des Ladesäulenbetreibers schwer kalkulierbar und schmälert seine Gewinnchancen stark. Darum ist das Interesse an den Ausschreibungen mau. Für die ersten 124 geplanten Standorte gab es in den seit September laufenden Ausschreibungen nur 29 Angebote. Zur Orientierung: Die Bundesregierung plant, in einigen Jahren 725 CCS-Stationen und 685 MCS-Ladepunkte an Autobahnen anzubieten. CCS-Ladepunkte bieten einige hundert kW Strom pro Stunde, MCS sogar mehr als 1 MW in der Stunde. Damit können Lkw in den für die Fahrer alle 4,5 Stunden vorgeschriebenen Pausen (45 Minuten) für mehrere hundert Kilometer nachgeladen werden. Die geplante Zahl der Stationen würde ausreichen, um E-Lkw bundesweit zu betreiben.

Fazit: Selbst mit Subventionen wird der Ausbau der E-Lkw-Ladesäulen an Autobahnen nur sehr lagnsam vorankommen. Unternehmen sollten sehr genau überlegen, ob sich der Einsatz von E-Lkw auf der Langstrecke bereits lohnt. Wir haben auch für die nächsten Jahre erhebliche Zweifel daran. 

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