Report: Wie Rentensysteme zukunftsfähig werden
Die Rentensysteme stehen weltweit unter Druck. Doch einige Länder zeigen den Weg in eine stabile Zukunft. Besonders Dänemark, die Niederlande und Schweden setzen erfolgreich auf Mischsysteme aus Umlage und Kapitaldeckung. Ihre nachhaltigen Modelle sichern langfristig stabile Renten. Auch Japan überzeugt durch flexible Altersarbeitsmodelle.
Der Allianz Pension Index (API) bewertet die Nachhaltigkeit und Angemessenheit der Rentensysteme weltweit. Der Durchschnittswert liegt bei 3,7 von 7 Punkten und signalisiert einen hohen Reformbedarf. Besonders europäische Länder mit dominanten Umlagesystemen wie Deutschland, Frankreich und Italien sind gefordert.
Deutschland: Handlungsbedarf wächst
Deutschland liegt mit einem Wert von 3,3 noch im oberen Mittelfeld. Doch die demografische Entwicklung verschärft die Lage. Die Zahl der Beitragszahler sinkt, während die Rentnerzahlen steigen. Ohne Reformen drohen steigende Belastungen für jüngere Generationen. Eine nachhaltige Stärkung der betrieblichen und privaten Altersvorsorge ist unverzichtbar.
Die neue Bundesregierung steht vor der Aufgabe, das Rentensystem langfristig tragfähig zu gestalten. Die gescheiterte „Ampel“-Koalition konnte keine umfassenden Reformen umsetzen, insbesondere die Riester-Rente blieb unangetastet. Nun sind klare Maßnahmen gefragt, um eine stabile Altersvorsorge zu gewährleisten.
Migration als Lösung? Wirkung lässt nach
Migration hat in den vergangenen Jahren die Rentensysteme gestützt. In Deutschland wurden fast 90 % der neuen sozialversicherungspflichtigen Stellen von Zuwanderern besetzt. Doch dieser Effekt wird schwächer, da die Herkunftsländer selbst mit dem demografischen Wandel kämpfen. Deutschland muss verstärkt auf inländische Potenziale setzen.
Ältere Arbeitnehmer und Frauen in Teilzeit sind noch zu oft vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen. Verbesserte Rahmenbedingungen für längere Erwerbstätigkeit und bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie könnten neue Potenziale erschließen. Damit ließen sich die Folgen des demografischen Wandels zumindest abmildern.
Rentenlücke kann geschlossen werden
Die Rentenlücke in der Eurozone beträgt jährlich rund 350 Milliarden Euro. Doch sie ist überbrückbar: Eine moderate Erhöhung der Sparquote um 25 % würde ausreichen. Entscheidend ist jedoch, dass das angesparte Kapital rentabel investiert wird. Ohne ertragreiche Anlageformen droht eine Versorgungslücke.
Eine Stärkung der Kapitalmärkte ist notwendig, um Altersvorsorge effizienter zu gestalten. Die private und betriebliche Vorsorge muss besser gefördert werden, damit auch jüngere Generationen ihre Altersabsicherung selbst aktiv mitgestalten können. Hier liegt großes Potenzial für eine nachhaltige Lösung.
Fazit: Deutschland muss jetzt handeln, um eine Überlastung der jungen Generation zu vermeiden. Die Weichen für eine nachhaltige Altersvorsorge müssen dringend gestellt werden.