SPD hofft auf Wahlsieg in Rheinland-Pfalz
Die Bundes-SPD versucht, die vernichtende Wahlniederlage in Baden-Württemberg zu ignorieren. Dabei hat die SPD mit 5,5% nur haarscharf den Einzug in den Landtag in Stuttgart geschafft. Nur noch vier Prozent der Arbeiter gaben der Partei von Ferdinand Lasalle und August Bebel im Südwesten der Republik ihre Stimme. Das ist das schlechteste Ergebnis der SPD bei einer deutschen Landtagswahl - und zeigt vor allem die Erosion der Stammwählerschaft.
SPD ignoriert das Signal aus Baden-Württemberg
Bärbel Baas sowie Lars Klingbeil versuchen die historische Niederlage zu erklären. Sie argumentieren, dass die Sozialdemokraten in der Polarisierung des Wahlkampfes zwischen dem CDU-Herausforderer Manuel Hagel und Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir aufgerieben wurde. Dass ihre Kernklientel auf breiter Basis der SPD inzwischen abspricht, Arbeitnehmerpolitik zu machen und stattdessen die Prioritäten auf eine Umverteilungspolitik legt, spielte in der Parteispitze nur am Rande eine Rolle.
Die Spitze der Bundespartei um die Vorsitzenden Baas und Klingbeil wird nun lavieren. Die SPD hofft auf einen Erfolg bei den anstehenden Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz in zwei Wochen. Die SPD-Spekulation: Wenn der Spitzenkandidat und amtierenden Ministerpräsident Alexander Schweitzer die Wahl gewinnt, kann das als Zeichen dafür gedeutet werden, dass der Niedergang gestoppt ist. Das könne dann auch den Anspruch untermauern, weiter eine Volkspartei zu sein.
SPD hofft auf Sieg in Rheinland-Pfalz
SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf stärkt der Bundespartei den Rücken. Er sieht mit Blick auf die Entscheidung in Mainz für die Bundespartei keinen Anlass für Konsequenzen. „Wir haben einen festen Fahrplan. Große Reformen stehen dieses Jahr vor uns, die müssen wir jetzt auch durchziehen, ungesehen der Landtagswahlen", sagte der Parteimanager in Interviews nach der Wahl.
In Rheinland-Pfalz zeichnet sich genau wie in Baden-Württemberg ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab, diesmal allerdings mit besseren Chancen für die Sozialdemokraten. Amtsinhaber Alexander Schweitzer liegt dort zwar in den meisten Umfragen mit 27% nur einen Prozentpunkt hinter CDU-Herausforderer Gordon Schnieder. Doch kalkuliert das Willy- Brandt-Haus damit, dass der Amtsinhaberbonus auf den letzten Metern zieht.