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Tag der Industrie: Hoffen und Bangen

Stagflation und Staatsgeld: Industrie sucht Lösungen

Beim Tag der Industrie in Berlin wird deutlich, wie herausfordernd die Lage für deutsche Unternehmen ist. Während BDI-Präsident Peter Leibinger erste positive Signale für eine Wirtschaftswende sieht, warnen Experten vor Risiken einer Stagflation. US-Zölle und geopolitische Spannungen könnten das BIP belasten. Die Industrie fordert staatliche Unterstützung, um die deutsche Wirtschaft zu stabilisieren.
Auf dem Tag der Industrie in Berlin zeigte sich heute für uns, wie schwer es die Unternehmen am Standort D gerade haben. Beim Tag der Industrie auf dem EUREF Campus Berlin tauschen sich mehr als 1.000 Entscheider aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft über die Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten für den Standort Deutschland aus. Zwar hat BDI-Präsident Peter Leibinger versucht, ein positives Bild zu zeichnen. Es gebe erste positive Signale für eine Wirtschaftswende, darum müsse die neue Bundesregierung ihren Kurs "konsequent fortsetzen", so Leibinger.

Viele Risiken für eine Stagflation

Zwischen den Zeilen schwang für uns aber große Besorgnis mit. Für 2025 prognostiziert der BDI einen Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts um 0,3%. Belastend wirken insbesondere die angekündigten US-Zölle. Sollten diese in Kraft treten, werde das die deutsche Wirtschaft weitere 0,3 Prozentpunkte des BIP-Wachstums kosten. 

Die möglichen negativen Folgen der Eskalation im Iran haben die Industrieunternehmen hier noch gar nicht einkalkuliert. Nach dem Bombenangriff der USA auf die Atomanlagen des Iran könnte der Krieg erheblich an Schärfe gewinnen. Der Iran hat Konsequenzen für den Kriegseintritt der USA angekündigt. Eine Sperrung der Straße von Hormus hat das Potenzial, die Ölpreise erheblich anzuheben. Zugleich könnte die globale Konjunktur einen massiven Dämpfer bekommen. Unter dem Strich wächst damit das Risiko einer Stagflation - ein sehr unbequemes Wirtschafts-Szenario.    

Industrieunternehmen hoffen auf Staatsgeld 

Die Lage in den Unternehmen ist angespannt. Die Industrieproduktion liegt weiterhin um deutliche 9% unter dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019. Die Kapazitätsauslastung beträgt im Durchschnitt nur 77%. Die "Baustellen" der Unternehmen sind unverändert dieselben wie vor einem Jahr. Die Energiepreise sind zu hoch, die Bürokratie müsse abgebaut werden, der Fachkräftemangel drücke - insbesondere vor dem Hintergrund der absehbaren demografischen Entwicklung.  

Entsprechend laut war der Ruf nach einem engeren Schulterschluss zwischen Staat und Unternehmen mit dem Ziel, die "Gesamtverteidigung zu stärken". Zu diesem Thema hat der BDI eigens ein Strategiepapier verfasst. Im Kern dreht sich die Argumentation darum, dass der Staat Geld zur Verfügung stellen sollte,  damit die deutsche Industrie "ihren Beitrag zur Verteidigung Deutschlands" leisten könne.  
Fazit: Für viele Unternehmen ist die Lage angespannt. Darum hoffen viele Industrieunternehmen auf politische Impulse zur Verbesserung der Rahmenbedingungen und Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland. Außerdem bringen sie sich als Partner und Auftragnehmer für den Staat in Stellung, um vom milliardenschweren Ausgabenprogramm zu profitieren.
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