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Lohnverhandlungen im öffentlichen Dienst

Verdi verspricht einen heißen Tarifherbst

Die Lohnverhandlungen im öffentlichen Dienst stehen an. Copyright: Pixabay
Kaum ist auf Steuerzahlerkosten vorerst das Gröbste überstanden, dürfen sich die öffentlichen Hände auf einen weiteren Kostenschub einstellen. Denn es stehen die Gehaltsverhandlungen für den öffentlichen Dienst an. Verdi ist zur Not auch für einen Arbeitskampf gerüstet.
Im September beginnen in Potsdam die Lohnverhandlungen für den öffentlichen Dienst und seine 2,7 Mio. Beschäftigten. Im ÖPNV hat die Dienstleistungsgewerkschaft erstmals seit 20 Jahren alle Tarife bundesweit gekündigt. Für den neuen Verdi-Boss sind es die ersten Verhandlungen, die der bisherige Stellvertreter nun als Spitzenmann seiner Gewerkschaft führt. Nächste Woche (25.8.) werden Verdi und dbb die Forderungen bekanntgeben.

Wie zu hören ist, wird man auf eine „angemessene Einkommensentwicklung“ pochen. Corona bedingter Wirtschaftseinbruch und Einnahmerückgang bei der Gewerbesteuer hin oder her. Im Öffentlichen Nahverkehr wird Verdi die Gehaltsrunde mit dem ökologischen Umbau des ÖPNV verknüpfen. Dazu hat man sich mit Fridays for Future verbündet.

Mehr Geld

Die jüngsten Zahlen vom schnellen Wiederaufschwung liefern den Gewerkschaftern das Futter. Man dürfte auf Gehaltsforderungen bestehen, die im Schnitt über 3% liegen werden (um dann Verhandlungsmasse nach unten zu haben). Zudem wird es um zusätzliche freie Tage gehen. Und man will einen gesonderten Verhandlungstisch Pflege. Das Kurzarbeitergeld soll auf jeden Fall auf 24 Monate verlängert werden.

Bei Verdi richtet man sich schon mal auf eine „muntere Auseinandersetzung“ ein. Zur Not sei man auch streikfähig heißt es – auch unter Einhaltung der Mindestabstandsregeln. Besonders fies könnte die Drohung mit Streiks bei den Gesundheitsämtern werden, die die Corona Tests durchführen. Ob sich das die Funktionäre trauen, steht aber noch auf einem anderen Blatt.

Sonderfall Lufthansa

Wenig Druckmittel hat Verdi allerdings bei der Lufthansa in der Hand. Im Gegenteil: Die Fluggesellschaft ist dem brutalen internationalen Wettbewerb voll ausgeliefert. British Airways hat gerade allen Beschäftigten gekündigt und neue Verträge angeboten:

1.500 EUR monatlich und keine Vergünstigungen mehr. Auch wenn der Bund Miteigentümer ist – die Lufthansa wird sich diesem Wettbewerb stellen müssen und die Schmerzgrenzen ausreizen.

Fazit: Bund, Länder und Kommunen müssen sich auf höhere Gehaltszahlungen für ihre Beschäftigten einstellen. Insgesamt aber wird man günstiger davonkommen, als es ohne Corona geworden wäre.
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