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Übernahmeschlacht: Commerzbank und Bundesregierung schließen Reihen

Widerstand gegen UniCredit: Keine Übernahme ohne adäquate Prämie

Über Derivate hat sich UniCredit insgesamt 38,87% der Stimmrechte gesichert. Im Vorfeld der Hauptversammlung empfehlen Commerzbank-Vorstand und Aufsichtsrat das Angebot abzulehnen.

Die Commerzbank wehrt sich - abgestimmt mit dem Bund - gegen die Übernahme durch UniCredit (FB vom 07.05.). Nachdem sich bereits Politiker der Bundesregierung gegen die Übernahme durch den italienischen Bankenkonzern ausgesprochen haben, empfehlen jetzt auch Commerzbank-Vorstand und Aufsichtsrat den Aktionären, das Angebot abzulehnen.

„Das Übernahmeangebot der UniCredit bietet unseren Aktionären keine adäquate Prämie. Was die UniCredit als Zusammenschluss bezeichnet, erweist sich als Restrukturierungsvorschlag, der massiv in unser bewährtes und profitables Geschäftsmodell eingreifen würde“, sagte Commerzbank-Chefin, Bettina Orlopp. Am Mittwoch (20. Mai) findet die Hauptversammlung statt, an der auch Vertreter des Bundes teilnehmen. Der Bund hält noch 12,11% der Anteile.

UniCredit hat Zugriff auf 38,87% der Stimmrechte

Der angebotene Preis stelle sowohl einen erheblichen Abschlag gegenüber dem aktuellen Aktienkurs als auch dem Kurspotenzial dar. Die Commerzbank beabsichtigt den Aktienkurs mit ihrem Programm „Momentum 2035“ deutlich kräftiger zu steigern. Vor gut einer Woche war bekannt geworden, dass der Konzern 3.000 der noch knapp 40.000 Stellen streichen will.

Unterdessen hat Unicredit mitgeteilt, sich über Derivate den Zugriff auf weitere 8,88% der Aktien gesichert zu haben. Insgesamt kommt sie damit auf 38,87% der Stimmrechte. Unicredit-Chef Andreas Orcel hat den Umweg über Derivate gewählt, um kein Pflichtangebot vorlegen zu müssen, wie es sonst ab einem Anteil von 30% der Fall gewesen wäre. Das ist auch Thema auf der Hauptversammlung, auf der auch eine Abwehrstrategie diskutiert werden soll.

Umtauschangebot rechnet sich nicht

Vor einigen Woche hatte Orcel ein Umtauschangebot von 0,485 UniCredit-Aktien für einen Commerzbank-Anteilsschein vorgelegt. Das Angebot liegt unter dem Börsenkurs der CoBa-Aktie. Daher verwundert es nicht, dass nur 0,006% der Aktionäre das Angebot angenommen haben. Wir hatten bereits empfohlen, die Aktie weiterhin zu halten (FK vom 07.05.). Orcel dürfte gezwungen sein, ein noch deutlich besseres Angebot zu unterbreiten. 

Fazit: Aktionäre sollten das Angebot jetzt noch nicht annehmen, da es sich nicht rechnet. Orcel wird voraussichtlich gezwungen sein, ein deutlich besseres Angebot vorzulegen.
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