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Rentenreform: Die Kehrseite der kapitalgedeckten Rente

Zusatzrente wird Lohnnebenkosten anheben

Friedrich Merz will die paritätisch finanzierte kapitalgedeckte Zusatzrente einführen. Das treibt die Lohnnebenkosten und schwächt die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Davor mahnt ifo-Rentenexperte Joachim Ragnitz gegenüber FUCHSBRIEFE.
Der Einstieg in die kapitalgedeckte Rente wird die Lohnnebenkosten deutlich erhöhen. „Im Verlauf von vier Jahren wird der Zuschlag zum Rentenversicherungsbeitrag auf 2% steigen. Das führt zu einem zusätzlichen Anstieg der Lohnnebenkosten.“ Davor warnt ifo-Rentenexperte Joachim Ragnitz im Gespräch mit den FUCHSBRIEFEN. 

Unternehmen würde der Einstieg in die paritätisch finanzierte kapitalgedeckte Altersvorsorge in den kommenden Jahren erheblich belasten. Deshalb schlagen auch der DIHK, BDA, HDE sowie die Familienunternehmer Alarm. Sie warnen eindringlich davor, dass der Standort Deutschland, der im internationalen Wettbewerb auch wegen seiner zu hohen Arbeitskosten nicht mehr konkurrenzfähig ist, noch weiter abgehängt wird. Laut BDA-Präsident Rainer Dulger bedeutet die Kapitalrente eine massive Mehrbelastung von mehr als 40 Mrd. Euro pro Jahr für Betriebe und Beschäftigte. „Das würde für weniger Netto vom Brutto sorgen – und Arbeit unattraktiver machen“, meint Dulger.

Belastung hohe Lohnnebenkosten

DIHK-Präsident Peter Adrian geht noch einen Schritt weiter. Deutschland müsse die Lohnnebenkosten mit den Sozialabgaben wieder verlässlich unter 40% drücken. „Denn oberhalb dieser Schwelle bewegen wir uns weiter im Teufelskreis zwischen steigenden Beiträgen, sinkender Investitionskraft und schwindender Beschäftigung. Das ist einer der Gründe, warum wir an Wettbewerbsfähigkeit verlieren, statt sie zurückzugewinnen“, mahnt Adrian.

Inwieweit es tatsächlich zu einer Mehrbelastung der Unternehmen kommt, hängt allerdings auch davon ab, wie sich die Nettolöhne entwickeln. Zwar wird der Faktor Arbeit durch den Zusatzbeitrag auf jeden Fall belastet. „Wenn die Verhandlungsmacht der Arbeitgeber aber groß genug ist, könnte es sein, dass die Löhne in Zukunft weniger stark steigen. In diesem Fall tragen praktisch allein die Arbeitnehmer den Zusatzbeitrag“, so ifo-Experte Ragnitz.

Hohe Bundeszuschüsse erforderlich

Ragnitz warnt zudem davor, dass die Kommissionsvorschläge deutlich höhere Zuschüsse des Bundes an die Rentenversicherung beinhalten. Dabei sei unklar, wie man das ohne Steuererhöhungen finanzieren wolle. „Seltsam, dass das überhaupt nicht öffentlich diskutiert wird“, sagt Ragnitz.

Kritisch sieht der ifo-Forscher zudem, dass es für die kurzfristigen Finanzierungsprobleme der Rentenversicherung keine durchgreifenden Vorschläge gebe. Die Belastungen der Steuer- und Beitragszahler würden deshalb schon kurzfristig massiv zunehmen, während die aktuelle Rentnergeneration nur geringe Einschnitte hinzunehmen habe.

Fazit: Steigen die Lohnnebenkosten durch die Einführung der kapitalgedeckten Zusatzrente, verschlechtert das die Wettbewerbssituation der Unternehmen. Die Rentenreform würde dann den Standort schwächen und würde kontraproduktiv wirken. Sie könnte sich so zum Bumerang für die deutsche Wirtschaft erweisen.

Hinweis: Das ausführliche Interview lesen Sie hier: XXXXXXX.

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