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Lateinamerikas grundlegende Probleme

Ein Kontinent zurück im Krisenmodus

Nationalstolz allein schafft noch keine erfolgreichen Volkswirtschaften. Dies ist in den meisten Staaten Lateinamerikas deutlich zu sehen. ©Picture Alliance.
Nach Jahren des Aufschwungs ist Südamerika zurück in der Krise. Den Ländern des Kontinents gelingt es nicht, ihre Strukturprobleme zu lösen. Daher kommt keine fortschreitende Industrialisierung wie etwa in Asien zustande.

Die Krisen-Epidemie, die fast alle Länder Südamerikas erfasst hat, wird so schnell nicht abebben. Dafür sind grundlegende Probleme verantwortlich, die sich immer wieder Bahn brechen. Der Kontinent hat bis heute keine Mittel und Wege gefunden, sich davon zu befreien.

Gespaltene Arbeitsmärkte als Protestauslöser – Budgetdefizite und Kapitalflucht führen zu Staatsbankrott

Gespaltene Arbeitsmärkte sind ein großes Problem. Öffentlicher Sektor und Industrie zahlen ordentliche Löhne. Demgegenüber gibt es einen großen informellen Sektor mit Kleinunternehmen und geringen Löhnen. In Chile führten steigende Kosten für Importe nach dem Kupferboom (endete 2011) zu einer relativen Verarmung breiter Schichten. Staatsbedienstete sind dagegen privilegiert. Auch in Ecuador und Peru steht die soziale Spaltung hinter den Protesten.

Budgetdefizite in Verbindung mit volatilen und offenen Kapitalmärkten sind ebenfalls ein Problem. Den Ländern gelingt es nicht, staatliche Ausgaben an die Steuereinnahmen anzupassen. Viele Subventionen (etwa auf Kraftstoff) sind fest etabliert. Mit Gelddrucken soll häufig der Haushalt konsolidiert werden. Das führt dann zu einer galoppierenden Inflation (z. B. in Argentinien). Denn lateinamerikanische Investoren können ohne Probleme den Dollar als Fluchtwährung nutzen. Defizite und Kapitalflucht sind seit Jahren Auslöser wiederkehrender Krisen in Argentinien. Demnächst wird es zum neunten Staatsbankrott des Landes kommen.

Rohstoffabhängigkeit führt zu Ungleichgewicht – mangelnde Bildung verhindert Industrialisierung

Die Rohstoffabhängigkeit der Wirtschaft bremst. Bei hoher Rohstoffnachfrage werten die Landeswährungen auf. In der Folge gerät die Industrie im Land durch Importe unter Druck. Die am Ende des Booms nötige Währungsabwertung wird in Südamerika häufig vermieden. So wollen die Regierungen politischem Widerstand entgehen. Dadurch geriet Brasilien nach dem Ende des Rohstoffbooms ab 2014 in eine tiefe Rezession. Diese erklärt auch die politische Radikalisierung des Landes. 

Die mangelnde Bildung verhindert eine Industrialisierung. Vielen asiatischen Ländern ist es gelungen, den Bildungsstand ihrer Einwohner zu erhöhen. Damit konnte eine Industrialisierung mit steigenden Löhnen aufrechterhalten werden. Die Bildung in Südamerika ist dagegen konstant schlecht. Für eine dauerhafte Aufwärtsentwicklung fehlt die Basis. Der Kontinent bleibt daher von Rohstoffen abhängig. Steigende Rohstoffpreise gibt es aber nur bei guter Entwicklung der Weltwirtschaft. 

Fazit: Wohl erst gegen Mitte der zwanziger Jahre ist mit einem neuen Aufschwung für Lateinamerika zu rechnen. Die strukturellen Probleme werden sich bis dahin nicht beseitigen lassen.

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