Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1388
Verhandlungen über das EU-Budget

Der Euro in schwierigem politischem Fahrwasser

Der Etat-Entwurf der EU dürfte den Visegrad-Staaten so gar nicht gefallen. Copyright: Picture Alliance
Die Verhandlungen über das EU-Budget für die kommenden fünf Jahre werden indirekt auch zu Verhandlungen über den Euro. Denn beim Geld hören bekanntlich Freundschaften auf – und latente Feindschaften vertiefen sich. Der Riss, der schon jetzt durch die EU geht, könnte sich schnell verbreitern und vertiefen.

Die angelaufenen Verhandlungen über das EU-Budget 2021-27 werden für die osteuropäischen EU-Staaten besonders schwierig. Die UK-Beiträge fallen weg. Zudem sind sie im Hinblick auf Einkommen, Infrastruktur etc. dem EU-Durchschnitt bereits so nahe, dass ihre Ansprüche auf Alimentierung aus dem Kohäsionsfonds schrumpfen.

Den vorliegenden Berichten über den Etat-Entwurf zufolge würden vor allem die Zuweisungen aus dem Kohäsionsfonds schrumpfen: um 22% für die Slowakei, 23% für Polen und 24% für Tschechien und Ungarn im Vergleich zum laufenden Etat. Schlimmer noch für die vier ist die Aussicht, dass die Auszahlung der Mittel an die Einhaltung der Rechtsstaatsprinzipien gebunden werden soll. Hier stellt wohl insbesondere das EU-Parlament seine conditio sine qua non.

EU-Mitgliedschaft gefährdet

Damit kommt für die kommenden Wochen und Monate ein zweites heikles Thema zum Brexit hinzu, das den Euro bewegen wird. Sofern diese Kommissionspläne nicht nur Maximalforderungen zur Eröffnung der Verhandlungen sind, sondern tatsächlich durchgesetzt werden sollen – was offenbar zumindest das Parlament anstrebt –, wird es einen heftigen Konflikt geben, in dessen Verlauf sogar die EU-Mitgliedschaft in Frage gestellt werden könnte.

Fazit: Die Visegrad-Währungen (Forint, Krone, Zloty) könnten stark unter Druck kommen. Die Krone wäre dabei die stärkste und der Forint die schwächste Währung. Auch der Euro würde gegenüber dem Rest der Welt geschwächt, wenn die slowakische EU- und Euro-Mitgliedschaft in Gefahr wäre.
Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • China-Flugverkehr

Schon bald wieder China-Flüge

Schon sehr bald dürfte es wieder möglich sein nach China zu fliegen. Die chinesische Regierung bemüht sich intensiv darum. Und greift zu unorthodoxen Maßnahmen.
  • Fuchs plus
  • Erste Gerichtsurteile

Betriebsschließungen rechtens

So mancher Unternehmer ist gerade nahe der Verzweiflung. Da kommt es schon mal zu einer Verzweiflungstat. Dazu gehört der Versuch, vor Gericht gegen die staatlich angeordneten Geschäftsschließungen vorzugehen.
  • Fuchs plus
  • Euro profitiert von Wirtschaftsstruktur in der Eurozone

Im steilen Teil der Lernkurve

Die Eurozone liefert miserabe Daten. Der Euro hält sich trotzdem gut. Dafür gibt es Gründe.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Donner & Reuschel, Stiftungsmanagement 2020: Qualifikation

Gute Ansätze, aber zu wenig Orientierungshilfe

Donner & Reuschel geben ein Angebot ab. Reicht es zur Qualifikation? © Grafik: Verlag FUCHSBRIEFE
Donner & Reuschel verbindet Elemente eines individuellen Anlagevorschlags mit verschiedenen Fondskonzepten. Das ist gut gedacht, und auch Grundlagen werden gut und verständlich erklärt. Andere Teile sind nicht einfach einzuschätzen.
  • Im Fokus: Profiteure des Ölpreis-Krieges

Gewinner des Öl-Förderwettlaufes

Der Ölpreis ist enorm gesunken. Copyright: Pixabay
Saudi-Arabien und Russland liefern sich einen erbitterten Wettlauf bei der Förderung von Öl. Während sie das Angebot krass in die Höhe treiben, ist die Nachfrage wegen des Corona-Lockdowns global stark geschrumpft. Das drückt die Ölpreise auf extrem niedrige Niveaus. Davon profitieren einige Firmen enorm.
  • Fuchs plus
  • Vergleichswohnungen dienen der Überprüfung der verlangten Mieterhöhung

Nennung von preisgebundenen Vergleichswohnungen ist zulässig

Der Vermieter rechnet fest mit der Zustimmung zu einer Mieterhöhung. Die Mieterin lehnt jedoch ab. Sie hält das Mieterhöhungsverlangen für formell unwirksam, da die herangezogenen Vergleichswohnungen preisgebunden sind. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Sachlage jetzt aufgeklärt.
Zum Seitenanfang